Raus aus der Mühle bei Burnout – für mehr Resilenz

10 Dez 2018
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Situationsveränderung um den Burnout zu durchbrechen

“Und wie geht es jetzt weiter?” niedergeschlagen blickte Roman auf die verschiedenen Zettel, die ihm sein Arzt gerade ausgedruckt hatte. “Ich kann doch jetzt nicht einfach ‘Nichts’ tun.” Der Arzt lächelte vertrauensvoll: “Doch, das können Sie durchaus. Sie verschicken die Krankmeldung an Ihren Arbeitgeber, den anderen Zettel schicken Sie an die Krankenkasse und der dritte ist für Ihre Unterlagen. Und im Anschluss machen Sie etwas, für das Sie schon lange keine Zeit mehr hatten. Morgen beginnen Sie dann mit der Suche nach einem Psychotherapeuten.”

Fragend blickte Roman seinen Arzt an. “Gibt es da keine Medikamente? Nächste Woche ist Projektfrist, das kann ich meinen Kollegen nicht zumuten. Dann geht der Ärger doch erst richtig los.” – “Medikamente sehe ich in Ihrem Fall noch nicht als nötig an, zumal das Ergebnis der Blutwerte noch aussteht. Davon abgesehen gibt es keine Zaubermittel, die Ihnen Ihre Energie und die Leistungsfähigkeit wieder geben. Und genau deshalb sollten Sie jetzt einmal ‘nichts tun’, wenn Sie nicht in zwei Wochen komplett am Boden liegen wollen. Erläutern Sie eventuell einem vertrauten Kollegen, wie und wo Sie Ihre Unterlagen hinterlegt haben, dann werden die Kollegen oder besser gesagt, Ihr Chef sich darum kümmern. Ihre Aufgabe ist es jetzt, auf Ihre Gesundheit zu achten und das bedeutet als Erstes, dass Sie die aktuelle Hauptproblematik verlassen sollten. Das ist bei Ihnen offensichtlich die Arbeit und vermutlich insbesondere der zwischenmenschliche Umgang dort.” Dann verabschiedete sich der Arzt mit einem herzlichen Händedruck.

Als Jennifer am späten Mittag nach Hause kam, fand sie Roman auf der Couch liegend vor. Auf dem Tisch neben ihm lag die Überweisung zum Facharzt, ein Block mit Notizen und der verbliebene Zettel der Krankmeldung. Er starrte in die Luft und sie setzte sich neben ihn.

“Magst Du erzählen, was der Arzt gesagt hat?” – “Burnout. Ich soll jetzt mal ‘nichts’ tun oder etwas, für das ich lange keine Zeit mehr hatte.” Jennifer nickte. “Das klingt logisch. Die schwierige Situation verlassen, um neue Kraft zu schöpfen. Für was hattest Du lange keine Zeit mehr, das Du heute gemacht hast?” Seufzend setzte er sich auf. “Nichts tun. Aber es fühlt sich auch nicht besser an.” “Na ja, es hat ja auch eine Weile gedauert, bis Du im Burnout drin warst. Da ist es doch klar, dass es ein wenig braucht, bis Du da wieder herauskommst. Wir werden schon was finden. Und schließlich …” Sie zeigte auf die Überweisung auf dem Tisch. ” … fängst Du ja gerade erst an, Deine Situation zu verändern.”

Vor der Behandlung: Den Kreis durchbrechen
Ein Burnout ist ein schleichender Prozess, der in eine zunächst scheinbar ausweglose Situation geführt hat. Der Betroffene ist in der Regel körperlich wie auch mental am Boden und hat Probleme den Tagesablauf und seine Anforderungen zu erfüllen.

Meist ist das berufliche Hamsterrad ein maßgeblicher Faktor, weshalb die Krankschreibung des Patienten durch den Arzt ab einem gewissen Schweregrad unumgänglich ist. Hierdurch wird der aktuell schädliche Alltag des Betroffenen aufgehalten, die Negativspirale durchbrochen und Platz geschaffen für eine sachliche Betrachtung der Akut-Situation sowie ihrer Ursachen.

Sehen Sie die Krankschreibung durch Ihren Arzt nicht als Zeichen Ihrer Unfähigkeit zur Problemlösung, sondern als Chance zum wohlverdienten und notwendigen “Luft holen” und regenerieren. Diese Zwangspause gibt Ihnen die Möglichkeit, innezuhalten, die Situation von einer neutralen Warte aus zu betrachten, um im Anschluss aktive Veränderungen einzuleiten. Hilfestellung bei der Erneuerung und Verbesserung der Situation und dem damit verbundenen Genesungsprozess gibt Ihnen Ihr Hausarzt, aber auch der hinzugezogenen Psychologe oder Therapeut.

Wenn Sie den Burnout nicht allein als Krankheit, sondern auch als Hinweis Ihres Körpers auf notwendige Veränderungen verstehen, können Sie meist neue Chancen für eine glücklichere Zukunft erkennen. Und Sie wären nicht der erste Patient, der diese Chance nutzt, um gestärkt und mit erhöhter Resilienz aus dem Burnout hervorzugehen. Glauben Sie an sich und Ihre innere Stärke!

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