Melatonin – Was ist das?

26 Okt 2020
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus und die Wirkung von Melatonin

Im Körper spielt der Hormon-Stoffwechsel eine wichtige Rolle für alle Aspekte von Aktivität und Entspannung, für Wachsein und Müdigkeit sowie für das komplexe Zusammenspiel im gesamten Organismus. Im Gehirn spielen sich dabei unbemerkt zahlreiche dieser Vorgänge ab, die den Schlaf und das Wohlbefinden beeinflussen. Die Epiphyse, besser bekannt als Zirbeldrüse, produziert im Gehirn ein besonders wichtiges Hormon: Das Melatonin.

Melatonin: Aktivität und Entspannung an Tag und Nacht

Melatonin ist ein Zwischenprodukt im Tryptophan-Stoffwechsel des Körpers. Als essentielle Aminosäure muss Tryptophan dem Körper zugeführt werden, da der Körper es nicht selbst herstellen kann. Ausreichende Mengen an Tryptophan lassen sich (nicht immer) mit einer ausgewogenen Ernährung zuführen, da es beispielsweise in Käse, Hülsenfrüchten, Getreide, Nüsse und Eier sowie in Fisch und Fleisch vorhanden ist. Der Körper benötigt Tryptophan nicht nur für die Herstellung von Melatonin, sondern auch um den Botenstoff Serotonin zu produzieren.

Melatonin übernimmt die Aufgabe, den Tag-Nacht-Rhythmus im Einklang zu halten. Dunkelheit fördert die Bildung von Melatonin, während Licht die Bildung von Melatonin hemmt. Man geht davon aus, dass Pigmentzellen (insbesondere im Auge) die Information zu den Lichtverhältnissen über Nervenbahnen an die Zirbeldrüse senden, welche mit der entsprechenden Melatonin-Produktion darauf reagiert.

Eine gute und physiologische Melatonin-Produktion lässt Müdigkeit und Entspannung auftreten und sorgt für die Reduzierung des Stoffwechsels. Zudem steht Melatonin mit der Bildung von Abwehrstoffen in Verbindung und gilt als Einfluss auf die Aktivität der Sexualorgane. Ein irritierter Melatonin-Haushalt fördert Schlafprobleme, wodurch auch die nötige Regeneration im Schlaf ausbleibt, wirkt jedoch auch auf zahlreiche andere Vorgänge des Stoffwechsels und Organfunktionen negativ.

Blick auf den Melatonin-Spiegel bei Depressionen wichtig

Der Körper benötigt guten Schlaf, um während den verschiedenen Schlafphasen Körper, Geist und Seele zu regenerieren. Ist der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört, die Schlafmenge unzureichend oder zu hoch, wird die Regenerationsfähigkeit des Körpers irritiert. Die innere Uhr gerät durcheinander, wodurch Erschöpfungszustände und Depressionen entstehen können. In der Regel stehen solche Probleme mit einem gestörten Melatonin-Haushalt in Verbindung. Neueste amerikanische Studien zeigen, dass zu wenig (< 7 h) oder zu viel (>9 h) Schlaf mit der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Störungen, erhöhtem Schlaganfallrisiko, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen assoziiert sein kann.

Produziert der Körper zu viel Melatonin, können Müdigkeit, Antriebslosigkeit und gedrückte Stimmung entstehen, während ein zu geringer Melatonin-Spiegel zu Ein- und Durchschlafproblemen führen können. Auch die Lichtverhältnisse spielen eine wichtige Rolle: Rund 10 bis 20 Prozent der Menschen werden saisonal von depressiven Verstimmungen belastet, die mit einem Melatonin-Überschuss bzw. einem gestörten Melatoningleichgewicht in den dunklen Wintermonaten in Verbindung stehen.

Gegenspieler zu Melatonin: Aminosäure Tyrosin

Tyrosin ist eine nicht-essentielle Aminosäure, die gedrückter Stimmung entgegenwirkt. Sie gilt als Basis für die Herstellung der aktivierenden Neurotransmitter Adrenalin und Dopamin. Diese wiederum wirken lindernd auf einige Formen der Depressionen. Tyrosin kann über Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel vom Körper aufgenommen werden, da es nicht nur in fast allen Proteinen vorkommt, sondern darüber hinaus vom Körper selbst hergestellt werden kann. Für die Tyrosin-Produktion benötigt der Körper die essentielle Aminosäure Phenylalanin.

Sowohl Phenylalanin als auch Tyrosin sind beispielsweise reichlich in Nüssen, Samen, Weizenkeimen, diversen Gemüsesorten sowie in Milchprodukten, Fleisch und Fisch enthalten. Mit einer proteinreichen Ernährung kann entsprechend ein Tyrosin-Mangel vermieden werden, um depressive Phasen zu lindern, die durch einen Melatonin-Überschuss entstanden. Als Nahrungsergänzungsmittel wird Tyrosin jedoch nur empfohlen, wenn ein gravierender Mangel sicher festgestellt wurde. Ein zu hoher Tyrosin-Spiegel verhindert zudem die Aufnahme von Tryptophan im Gehirn, was sich wiederum in einer unzureichenden Melatonin-Produktion auswirken kann.

Ernährung und Lebensgewohnheiten prüfen

Um den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel nicht unnötig durch massive Eingriffe zu belasten, sollten Sie für den ausgewogenen Melatoninhaushalt Ihre Ernährung und die Lebensgewohnheiten überprüfen:

  • Ein geregelter Tagesablauf unterstützt die regulierte Hormonproduktion.
  • Regelmäßige und ausgewogene Speisen liefern Tryptophan für die Produktion von Melatonin und Serotonin sowie für den „Gegenspieler“ Tyrosin.
  • Spaziergänge an der frischen Luft (Tageslicht, auch an trüben Tagen) fördern die Melatoninproduktion im Körper bei ausreichender Tryptophan-Zufuhr.
  • Alltagsrituale rund um die Schlafgewohnheiten können ebenfalls den guten Schlaf-Wach-Rhythmus fördern und die Wirkung von Melatonin im Körper unterstützen.

In der Schlossparkklinik in Dirmstein nutzen wir unsere langjährige Erfahrung mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen, um nicht nur an der Oberfläche zur Seite zu stehen, sondern die Ursachen Ihrer Beschwerden wenn möglich zu beseitigen. Unser Speisenangebot ist entsprechend an die gesundheitsförderliche Wirkung von Lebensmittelinhaltsstoffen angelehnt, um Ihre Genesung bestmöglich zu unterstützen. Auch die Gabe von Melatonin kann in individuellen Fällen sehr sinnvoll sein.

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