Lichte Momente für die Gesundheit – wie man mit Lichttherapie die Psyche beeinflussen kann

13 Jan 2020
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Hilfe für die Psyche durch Licht-Therapie

Nahezu alle Lebewesen orientieren sich mit den Interaktionen ihres Organismus hin zum Licht: Einzeller bewegen sich sichtbar zu Lichtquellen hin, Pflanzen drehen Blätter und Blüten zur Sonne hin. Nur der Mensch hat seinen Lebensrhythmus in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr vom Licht wegbewegt.

Es komme Licht ins Dunkle …
Elli summte vor sich hin, als sie mit großen Tüten bepackt nach Hause kam. „Hallo!“ rief sie freudig zu Tom ins Wohnzimmer, während sie ihre Jacke und die Tasche aufhängte, um sich dann im Esszimmer direkt den neuen Errungenschaften zu widmen. Neugierig ging Tom hinüber: „Was hast Du denn da alles gekauft? Hast Du ein Lampengeschäft geplündert?“
„Nein,“ lachte sie. Aber ich bin jetzt mehrfach auf Berichte zum Einfluss von Lichtverhältnissen gestoßen, Dein Therapeut hat mal von einer Licht-Therapie gesprochen und heute hatten wir im Büro eine Veranstaltung zur optimalen Ausstattung von Arbeitsplätzen. Und überall wird erwähnt, welchen Unterschied es für das Wohlbefinden und die Psyche macht, ob man von normalem Lampenlicht oder Tageslicht bzw. notfalls Tageslichtlampen umgeben ist. Und das will ich jetzt ausprobieren.“ – „Aber mir geht’s doch so schon besser.“ grummelte Tom und wendete sich zurück zur Couch im abgedunkelten Wohnzimmer, wo er zuvor beim Fernsehschauen gedöst hatte.
Elli runzelte kurz die Stirn und konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen: „Das sehe ich, so wie Du Dich in Deine Höhle zurückziehst. Davon abgesehen, kann es nicht schaden, sondern nur förderlich sein … sowohl für Dich und Deine Depressionsbekämpfung, als auch für den Erhalt von meinem Wohlbefinden.“

Licht-Einflüsse auf Gesundheit und Wohlbefinden
Schon in den frühen 1970er Jahren definierte der Biologe Stephen Boyden Tageslicht als eines der Grundbedürfnisse des Menschen, um sich wohlfühlen zu können. In unserem Alltag verbringen wir heute jedoch durchschnittlich bis zu 90 % unserer Zeit in geschlossenen Räumen, die nur eingeschränkt einen ausreichenden Lichteinfall gewährleisten. Doch der Körper benötigt das natürliche Licht, um vielfältige Körperfunktionen optimal zu unterstützen. Dazu gehören neben der Produktion von Vitamin D viele weitere Stoffwechselprozesse, die den Tag-Nacht-Rhythmus und das Wohlbefinden beeinflussen. Jeder vierte Mensch leidet inzwischen – meist unerkannt – unter den Folgen von Lichtmangel. Eine Lichttherapie und eine Verbesserung der grundlegenden Lichtverhältnisse im eigenen Umfeld können nachhaltig Linderung verschaffen.

Was bedeutet Lichttherapie?
Nachdem bereits zahlreiche Studien über den Einfluss von Licht auf den Körper und die Psyche berichteten, wurde nach Wegen gesucht, dieses Wissen in eine hilfreiche Therapie zu integrieren. Die daraus hervorgehende therapeutische Anwendung von hellem Licht wird heute bei verschiedenen Beschwerdebildern eingesetzt, indem fluoreszierendes Licht nach dem Vorbild des Sonnenlichtes für die Körperbestrahlung eingesetzt wird. Hierdurch sollen vor allem saisonal abhängige Depressionen, aber auch andere psychische Erkrankungen gelindert werden können.

Während normale Lampen eine Stärke von 300 bis ca. 800 Lux bieten, sorgen Lichttherapie-Lampen mit einer Stärke von 2500 bis 10.000 Lux für eine Art Lichtdusche. Die so eingesetzte Lichttherapie dauert ca. 30 min. und ist auch ohne Schutz der Augen (z.B. UV-Schutz) unschädlich. Lediglich bei Patienten mit Augenerkrankungen sollte im Einzelfall von Lichttherapie abgesehen werden. Je nach angedachtem Wirkungsbereich lassen sich professionelle Lichttherapie-Geräte einstellen. So kann das Licht als Impulsgeber für den Tagesrhythmus insbesondere am Morgen genutzt werden und somit den Serotonin- und den Melatonin-Spiegel beeinflussen.
Weiterführende Varianten der Lichttherapie sind die Phototherapie, die gezielt UV-Licht für die Behandlung von Hauterkrankungen einsetzt, die Infrarotlicht-Therapie, die durch Wärmeentwicklung bei Schmerzen und Durchblutungsproblemen förderlich ist, und die blaue Licht-Therapie für die Behandlung von Gelbsucht bei Neugeborenen.

Farblicht zur Förderung des Wohlbefindens im Zuhause
Über die klassische Wirkung der Lichttherapie-Lampe hinaus kann Farblicht auch das Wohlbefinden fördern, ist aber bei der Depressionsbehandlung überfordert bzw. überschätzt. So können Sie eine positive Raumatmosphäre unterstützen und die natürliche Wirkung von Farben auf Geist und Seele nutzen. Blautöne gelten als beruhigend und erfrischend, Rottöne als aktivierend und motivierend. Grün wird als entspannende Farbgebung eingesetzt, während Gelb für kreative und motivierende Aspekte steht. Orange gilt als gemütliche Farbe, die Wärme und Geborgenheit vermittelt. Die Anpassung von Farblichtlampen passend zu Wohnraum, Tageszeit und Stimmung können Zuhause individuell für das Wohlbefinden genutzt werden.

 

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