Auszeit nach einem Burnout: Wie Sie den Erholungseffekt Ihres Urlaubs maximieren

20 Okt 2021
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Er hilft gegen Stress und hebt die Stimmung, gerade jetzt im Herbst. Wer seinen Urlaub richtig gestaltet, hat lange was davon – auch mehr Leistungsfähigkeit. Doch wie lange muss ein Urlaub für die Erholung dauern? Wie kann ich den Erholungseffekt der Auszeit, gerade nach einem Burnout, verlängern? Und sind mehrere Kurzurlaube sinnvoller als ein langer Jahresurlaub?

  • Regelmäßige Auszeiten von der Arbeit sind für die Erhaltung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit sehr wichtig.
  • Das Reiseziel ist für den Erholungseffekt Ihres Urlaubs unwichtig, vielmehr geht es um die Dauer und Abgrenzung vom Job.
  • Zwei Drittel der Angestellten haben in ihrem Urlaub schon einmal gearbeitet. Das macht Burnouts wahrscheinlicher.

Fleiß gilt in unserer Gesellschaft als angesehene Tugend. Doch wer gut arbeitet, benötigt auch Erholung. Ohne den regelmäßigen Ausgleich durch Urlaub besteht die Gefahr der Überlastung, die sich nicht nur in reduzierter Leistungsfähigkeit, sondern auch in gesundheitlichen Problemen niederschlägt. Insofern kommt dem Urlaub zumindest kurzfristig fast schon eine therapeutische Wirkung zu. Pünktlich zu den Herbstferien erfahren Sie bei uns, wie Sie das Maximum aus Ihren freien Tagen holen.

Arbeiten im Urlaub – Zwischen Wunsch und Realität

Mal ohne Termine und Arbeit bis in den Nachmittag hinein schafft die Urlaubszeit einen wertvollen Ausgleich zum Alltagsstress. Nicht umsonst hat der Gesetzgeber allen Arbeitnehmenden feste Urlaubszeiten vorgegeben: Mindestens 24 Werktage im Jahr stehen Angestellten in Vollzeit zu, bis zu zwölf aufeinanderfolgende Tage muss der Arbeitgeber an einem Stück im Jahr gewähren. Doch nicht immer heißt Urlaubszeit auch Freizeit.

Vom Urlaub aus zu arbeiten, ist fast schon Normalität. Das erhöht den Erholungseffekt des Urlaubs nicht gerade.

Eine Umfrage des SAP-Anbieters Concur mit rund 1053 deutschen Berufstätigen aus dem Jahr 2018 besagt, dass fast 60 Prozent der Befragten bereits im Urlaub gearbeitet haben. Rund die Hälfte beantwortet im Urlaub E-Mails und jeder Fünfte übernimmt vom Urlaubsort aus sogar administrative Aufgaben für den Betrieb. Selbst Telefonkonferenzen finden mit urlaubenden Mitarbeitern statt – rund 17 Prozent hatten zuletzt an diesen Besprechungen aus dem Urlaub heraus teilgenommen. Der Gesetzgeber sieht dies als Einschränkung für den Erholungseffekt im Urlaub. Laut dem Bundesurlaubsgesetz ist wie folgt festgelegt: „Während des Urlaubs darf der Arbeitnehmer keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten.“

Wie Sie mit klaren Grenzen den Erholungseffekt verstärken

Der Zweck des Urlaubs geht mit dem Arbeiten während der Urlaubstage schnell verloren. Der Alltag ist in der Regel fremdbestimmt durch Termine, Aufträge und Aufgaben, die sowohl im Beruflichen als auch im Privaten zu erledigen sind. Erholung beginnt erst dort, wo die individuellen Zeitrhythmen wieder gelebt werden können und die Fremdbestimmung in den Hintergrund tritt. Entsprechend wichtig sind die gute Urlaubsplanung und die klare Einhaltung von Grenzen, welche den Arbeitsalltag aus den Urlaubszeiten heraushalten. Das gilt während der Reise selbst, aber auch wenn Sie den Erholungseffekt aus dem Urlaub zu Hause verlängern wollen oder einer Auszeit nach einem Burnout nachhaltig Wirkung verleihen möchten.

Die eigenen Bedürfnisse sollten im Urlaub in den Mittelpunkt gerückt und die Urlaubsart für eine nachhaltige Erholung diesen Bedürfnissen angepasst werden. Wer im Alltag seine Extrovertiertheit nicht ausleben kann, fühlt sich vielleicht in einem Aktivurlaub mit vielen Menschen besonders wohl, während Menschen aus fürsorgenden Berufen wie dem Gesundheitswesen und der Pflege in den Ferien ein Rund-um-Verwöhn-Programm als besonders effektive Erholung empfinden.

Der Erholungseffekt vom Urlaub lässt sich durch gezielt entspannende Programmpunkte maximieren.

Dabei gilt es auch als wichtig, regelmäßige Auszeiten zu nehmen, um nicht später im Urlaub krank zu werden. Viele Menschen übergehen Krankheitssymptome im Alltag und unterdrücken diese mit Stress und Geschäftigkeit, wobei der Körper durch Stresshormone Reaktionen auf Krankheitserreger unterdrückt. Kommt der Körper dann im Urlaub zur Ruhe, bekommt man den Eindruck, der Körper hole diese Krankheiten nun nach, da der Pegel der Stresshormone sinkt. Eine eigentlich bereits vorhandene Erkrankung – von Erkältungssymptomen bis hin zu Rückenschmerzen – bricht dann pünktlich zum Urlaubsbeginn aus.

Wie lange muss ein Urlaub für Erholung dauern?

An der notwendigen Länge eines erholsamen Urlaubs schieden sich lange die Geister. Mittlerweile empfehlen Experten recht einhellig mindestens einmal im Jahr einen Urlaub von zwei bis drei Wochen, um die nötige Ruhe für den Abbau von Stresshormonen zu erzielen. Dieser Hormonabbau kann abhängig vom Einzelnen zwischen sieben und 14 Tagen benötigen. Der übrige zustehende Urlaub sollte möglichst gleichmäßig über das gesamte Jahr verteilt werden, um immer wieder kleine Erholungsinseln zu schaffen. Hierhinter steht die Idee, regelmäßige Auszeiten ließen den Hormonhaushalt gleichmäßigere Mengen Stresshormone produzieren, wodurch der Stresspegel dauerhaft niedrig gehalten würde.

Mehr Erholung durch mehr Urlaube

Einig sind sich Arbeitspsychologen und Therapeuten darüber hinaus aber darin, dass sich die Art des Urlaubs stärker auf den Erholungswert auswirkt als die Länge. So können individuell passende Auszeiten den Therapiebedarf für Depressionen und Burnout nachhaltig verringern und Selbstfürsorge vor, während und nach dem Urlaub den Erholungseffekt optimal in den Alltag überführen. Wichtig ist somit beispielsweise auch der Verzicht auf Ferienstress: Wer lange Reisen und großen Reiseplanungsbedarf mit vielen Erlebnissen im durchgetakteten Urlaubsterminplan einbindet, sollte dies nur bei einer länger andauernden Reise tun. Denn ein von Stress durchsetzter Urlaub erzielt keineswegs den gewünschten Erholungseffekt.

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