Glückshormone & Co. – Dopamin

30 Nov 2020
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Aktivator für Körper und Seele

Wenn von Glückshormonen die Rede ist, steht Dopamin als wichtigster Vertreter im Rampenlicht. Werden angestrebte und wichtige Ziele im Leben erreicht oder glückliche Ereignisse durchlebt, aktiviert das Gehirn sein „Belohnungssystem“ und schüttet vermehrt Dopamin aus. Der Neurotransmitter wirkt wie ein körpereigenes „Aufputschmittel“, das Glücksgefühle auslöst. Das hieraus resultierende Glücksgefühl kann bis zur Euphorie gehen.

Antriebskraft aus dem Belohnungssystem

Dopamin aktiviert positive Stimmung, sorgt für Motivation, Antrieb und Lust, fördert hedonistische Aktivitäten,  Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden. Es leitet elektrische Impulse in den Nervenbahnen weiter und sorgt für die Steuerung der geistigen wie der körperlichen Beweglichkeit. Der Neurotransmitter wirkt erregend auf das zentrale Nervensystem und reguliert im vegetativen Nervensystem unter anderem die Durchblutung von Organen.

Die Dopamin-Ausschüttung im Gehirn erfolgt im sog. „Belohnungssystem“, das durch positives Erleben in unterschiedlichster Form aktiviert wird: Gutes Essen, Sport oder Sex können Auslöser sein, die das gute Gefühl mittels Dopamin-Ausschüttung hervorrufen und den Wunsch nach einer Wiederholung wecken. Ein sehr oder zu hoher Dopaminspiegel (u.U. krankhaft oder durch Substanzen herbeigeführt) kann zu einem euphorischen „Rausch“ führen. Der Ausgleich zur Dopamin-Ausschüttung erfolgt über das Serotonin, einem anderen Neurotransmitter, der für beruhigende Entspannung und Zufriedenheit sorgt.

Störungen im Dopaminhaushalt: Angstzustände und psychische Erkrankungen

Bei einem Überschuss an Dopamin kann es zu Empfindungsstörungen und Gefühlsirritationen kommen. Von den steten Eindrücken, denen Menschen täglich ausgesetzt sind, kann der gesunde Mensch ca. 90 % filtern bzw. ausblenden. Nur ca. 10% werden emotional wahrgenommen. Liegt der Dopaminspiegel zu hoch, wird die Wahrnehmung verschärft, wodurch die natürlichen Wahrnehmungsfilter überlastet werden. In der Folge können Angstzustände, manisch-depressive Episoden oder „Nervenzusammenbrüche“ entstehen. In höchster Konzentration führt der Dopaminüberschuss bis hin zu Psychosen oder Schizophrenie.

Ein Dopamin-Mangel kann hingegen zu den Ursachen einer Depression zählen, da der Mensch durch die geringe Ausschüttung des aktivierenden Neurotransmitters antriebsloser, trauriger und gehemmter wird. Große Defizite im Dopamin-Spiegel werden medizinisch mit einem hohen Risiko für eine Parkinson’sche Erkrankung in Verbindung gebracht. Auch Erkrankungen wie Demenz, ADS/ADHS können mit einem Dopaminmangel im Zusammenhang stehen.

Therapeutische Maßnahmen bestehen bei einem Dopaminungleichgewicht ebenso wie bei Serotonin-Problematiken aus der Darreichung von Medikamenten mit Aminosäuren, aus denen der Körper den Neurotransmitter selbst herstellen kann. Bei Dopamin ist die Aminosäure Tyrosin wichtig, um Defizite im Dopaminspiegel zu beheben. Direkt zugeführtes Dopamin kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren, weshalb es nicht zum Wirkungsort im Gehirn gelangen könnte. Präparate, welche Einfluss auf die Dopamin-Ausschüttung ausüben, werden bei Depressionen, Schizophrenie, ADHS oder Parkinson als Stimulanzien (Dopaminfreisetzungsverstärker) oder als Dopaminwiederaufnahmehemmer (moderne Antidepressive) entsprechend der individuellen Indikation verschrieben.

Risikofaktor Suchterkrankung

Die Dopaminausschüttung kann nicht nur durch positive Erlebnisse und Empfindungen ausgelöst werden, sondern auch durch den Missbrauch von Suchtmitteln. Da Dopamin wie ein körpereigenes Aufputschmittel wirkt, können zugeführte Suchtmittel wie Amphetamine, Nikotin, Opiate oder Kokain ebenfalls die Dopaminausschüttung fördern, um das Glücksempfinden zu stimulieren. Hierdurch entsteht das Risiko einer Suchterkrankung.

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