Einsamkeit im Lockdown: Psychische Belastung durch Corona

01 Feb 2021
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Viele Singlehaushalte, wegbrechende Tagesroutinen, steigende Sorgen und vieles mehr können das Gefühl der Einsamkeit im Lockdown übermächtig werden lassen. Die Folge sind häufig psychische Probleme bis hin und zu Depressionen oder Angstattacken. Im schlimmsten Fall können die Gefühle von Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit bis zum Suizid führen. Rechtzeitiges Erkennen und Handeln ist daher beim Thema psychische Belastung durch Corona für Betroffene, aber auch für Angehörige und Freunde äußerst wichtig.

Mit Routinen gegen den Lagerkoller

So verlockend die freie Zeiteinteilung ist, so verunsichert sie doch unsere Psyche schnell. Der Lagerkoller macht sich breit, und jede Überlegung hin zu einer Beschäftigung, die nicht umgesetzt werden kann, vermittelt das Empfinden von Einschränkung. Das beste Mittel gegen den Lagerkoller sind Routinen. Stellen Sie sich den Wecker, frühstücken Sie gemütlich und planen Sie bereits am Abend die Anforderungen des kommenden Tages, die Sie nach dem Frühstück abarbeiten. Integrieren Sie in Ihren Tagesplan auch Einkäufe und Erledigungen, Freizeitaktivitäten wie Sport oder eine Lesestunde und vergessen Sie auch die Pausen nicht.

Homeoffice für Singles eine Herausforderung

Leben Sie alleine, kann selbst die Arbeit im Homeoffice eine Herausforderung sein. Nutzen Sie auch für die berufliche Tätigkeit im Lockdown klare Pläne, die Sie schon am Vortag notieren, um konzentriert und erfolgreich durchzustarten. Als Auflockerungen können Teammeetings und Telefonate mit Kollegen hilfreich sein. Auch hier gilt es die Pausen und den Feierabend genau zu definieren.

Psychische Stärkung durch gezielte Maßnahmen

Für die psychische Stärkung im Lockdown gibt es verschiedene Möglichkeiten, die kurzfristige, aber auch mittel- und langfristige Erfolge mitbringen. Die Festlegung einer klaren Struktur von Tagesabläufen und Alltagsroutinen bildet dabei die Basis. Weitere Aspekte sind:

Ernährung und Bewegung

Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, eine gute Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Der ausgewogene Nährstoffhaushalt und der Sauerstoff geben dem Körper eine gute Grundlage für die psychische Stärke. Die Bewegung hält Ihren Organismus in Schwung. Gönnen Sie sich zudem Zeit, um neue Bewegungstätigkeiten auszuprobieren: Spazieren gehen, walken, joggen und Fahrrad fahren sind nicht die einzigen Möglichkeiten. Viele Onlineangebote unterstützen beim Entdecken neuer Beschäftigungen wie Yoga, Pilates, Tanzen oder Gymnastik.

Achtsamkeit für Herz und Körper

Wenn Sie Gefühle des Unbehagens, der Einsamkeit oder Stress empfinden, sollten Sie Ihrem Körper Aufmerksamkeit schenken. Psychische Belastungen können körperliche Beschwerden zur Folge haben, zu denen neben Herzklopfen, Schwindel, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden auch Engegefühle in der Brust auftreten können. Machen Sie sich die Zusammenhänge bewusst und überlegen Sie, was Ihnen guttun könnte. Vielleicht hilft eine Tasse Tee, während der Sie ein nettes Telefonat führen, um sich die Sorgen und Ängste von der Seele zu reden.

Reden ist manchmal das echte Gold

Viele verdrängen negative Gefühle der Einsamkeit und Traurigkeit. Dies ist jedoch meist der falsche Weg. Suchen Sie sich Möglichkeiten des Austauschs in Ihrer Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis oder auch in den Onlineangeboten von Selbsthilfegruppen. Telefonat, Chats, Videogespräche und viele weitere Optionen stehen auch im Lockdown zur Verfügung. Bleiben Sie mit anderen in Kontakt, um die Entstehung von negativen Gedankenspiralen zu vermeiden und auftretende zu durchbrechen. Wenn Sie genau überlegen, erkennen Sie sicherlich schnell, welche Menschen in Ihrem Umfeld in einer ähnlichen Situation sind und gegebenenfalls für einen Austausch zur Verfügung stehen.

Abgrenzung trotz Einsamkeit manchmal sinnvoll

Wer sich einsam fühlt und Beschäftigung sucht, sollte Sinnvolles von anderen Aspekten abgrenzen. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Nachrichtenlage: Informieren Sie sich einmal, höchstens zweimal am Tag über die aktuelle Situation. Vermeiden Sie die Dauerberieselung mit Informationen rund um die Pandemie, um das eigene Grübeln zu stoppen. Sorgen Sie zudem mit abwechslungsreichen Beschäftigung dafür, dass die positiven Gedanken in Ihrem Leben nicht zu kurz kommen.

Wenn nichts mehr geht: Hilfe suchen

Haben Sie das Gefühl, alleine mit der Einsamkeit und der Hoffnungslosigkeit nicht mehr zurecht zu kommen, oder fehlt Ihnen ein Ansprechpartner, suchen Sie sich aktiv Hilfe. Deutschland bietet eine bundesweite psychiatrische Notfallversorgung und eine dauerhaft besetzte Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111. Bleiben Sie mit Ihren Gedanken nicht allein und sorgen Sie gut für sich!

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