Aus der Aktivität in den Lockdown: Tipps, wie insbesondere Menschen mit einer Depression mit der Corona-Situation bestmöglich umgehen können

11 Jan 2021
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Wenngleich die Feiertage den Alltag ohnehin durchbrechen, sind grundlegende Tagesroutinen ein wichtiger Teil unseres Tagesablaufes. Doch wirklich genießen können die wenigsten Menschen die  „Freizeit“ aktuell. Durch Corona und den Lockdown fallen häufig nicht nur die Arbeitsroutinen weg, sondern auch die privaten Lebensumstände werden eingeschränkt. Ob Sie bereits an einer Depression leiden oder sich durch die aktuelle Lage besonders gefährdet sehen: Mit ein wenig Vorbereitung können Sie sich selbst vor Frustration und mentalen Tiefs im schützen, indem Sie Ihre Tagesroutinen positiv an die neuen Begebenheiten anpassen. Bei Depressionen und psychischen Tieflagen hilft es oft, bestimmte Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Das geht auch in Zeiten von Corona.

Menschen mit psychischen Vorerkrankungen im Lockdown sind – das wissen wir – sind vermehrt „gefährdet“.

Für die Psyche ist der Lockdown besonders hart, wenn keine klaren Rahmenbedingungen wie ein Ende der Maßnahmen oder eine absehbare Verbesserung der persönlichen Umstände vorliegen. Nicht der Lockdown selbst verursacht den Leidensdruck, sondern die fehlende Perspektive. Für gesunde Menschen stellt Corona bereits eine Gefährdung der psychischen Stabilität dar, doch für Personen mit psychischen Vorerkrankungen und Depressionen ist der Lockdown unter Umständen ein Grund für einen Rückfall z.B. in depressive Episoden. 
Die menschliche Psyche benötigt ein Ziel, um Selbstdisziplin und positive Zukunftsgedanken zu erhalten. Um sich selbst vor Problemen und Beschwerden zu schützen, sind Tagesroutinen hilfreich. Doch auch diese sind für die meisten Menschen während dem Lockdown nicht mehr vollumfänglich vorhanden. Entsprechend wichtig ist es, sich neue Perspektiven und Tagesroutinen zu erschaffen, welche die Lücke füllen können. Ohne solche Perspektiven entstehen Gefühle wie Hilflosigkeit und Handlungsunfähigkeit, welche eine negative Gedankenspirale in Gang setzen.

Neue Tagesroutinen für die Gesundheit

Wenngleich viele Menschen Routinen im Alltag langweilig finden, so sind es doch eben diese immer gleichbleibenden Aspekte in unserem Leben, die für Sicherheit und gefühlte Stabilität sorgen. Entsprechend sollte selbst im Lockdown ein gleichbleibender Tagesablauf gefunden werden, welcher der Seele guttut und die Entstehung von Gefühlen der Hilflosigkeit und der fehlenden Perspektiven hemmt. Machen Sie sich Tages- oder Wochenpläne, in denen Sie Ihre Verpflichtungen (z.B. Einkäufe, Arzttermine, Telefonate) zwischen positive Tätigkeiten platzieren, und die Sie somit täglich „abarbeiten“ können.
Auch, wenn Sie theoretisch ausschlafen könnten: Bemühen Sie sich um eine feste Uhrzeit, an der Sie den Morgen durchgängig beginnen lassen. Behalten Sie feste Essenzeiten bei oder führen Sie diese ein. Frühstück, Mittagessen und Abendessen sollten dabei im möglichst entspannten Rahmen als ausgewogene Mahlzeiten genossen werden. Damit vermeiden Sie Heißhungerattacken und Nährstoffdefizite. Achten Sie auf eine gute Flüssigkeitszufuhr und meiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum.

Entscheiden Sie sich jeden Tag bewusst für positive Erlebnisse. Fördern Sie das gute Gefühl schon am Morgen, an dem Sie sich ebenso kleiden, als würden Sie zur Arbeit oder zu einem Termin gehen. Für die Psyche ist schon das morgendliche Ankleiden ein Zeichen für positive Aufbruchsstimmung, während die gemütliche Hauskleidung mit Jogginganzug oder Pyjama eher Trägheit und Müdigkeit symbolisieren.

Was sich bei einer Depression bereits häufig bewährt, kann auch allgemein Menschen helfen, die unter dem Corona-Lockdown leiden: Aktivitäten und Bewegung sind gut für die Gesundheit. Spaziergänge zu festen Tageszeiten oder regelmäßige, kleinere Sporteinheiten (bestenfalls in der Natur/draußen!) bieten einen Ausgleich für wenig nutzvolle Inaktivität. Nutzen Sie gegebenenfalls auch die vielfältigen Onlineangebote (auch Apps), um sich anleiten zu lassen oder sogar neue Freude an der sportlichen Betätigung zu finden. 

Aufkommende Gedankenspiralen lassen sich vielfältig durchbrechen. Damit ist nicht allein die Ablenkung von den Sorgen durch Fernsehen und Internet gemeint. Nutzen Sie Videoanrufe und Telefonate mit Menschen, für die Sie schon länger keine Zeit mehr hatten, oder für Freunde und Familienmitglieder, zu denen Ihnen der regelmäßige Kontakt fehlt. Sprechen Sie auch über Ihre Sorgen und Ängste, um sie nicht in sich „hineinzufressen“. 

Fehlt ein direkter Ansprechpartner, kann auch das Aufschreiben eine Hilfestellung bieten: Schreiben Sie sich Ihre Gedanken von der Seele, als Tagebuch, in dem Sie die positiven Erlebnisse eines Tages hervorheben, aber auch negative niederschreiben. Nutzen Sie kleine Tricks, um Ihre mentale Stimmung zu heben: Das Verbrennen eines Zettels, auf den Sie Ihre Sorgen geschrieben haben, mag die Probleme nicht lösen, hilft jedoch mental ein wenig Abstand nehmen (seien Sie trotzdem vorsichtig!).

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