Die Liebe und die Depression

06 Jul 2020
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Frank Oschatz
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Depressionen

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Die Liebe zwischen 2 Individuen gilt als “höchste Macht” unter dem Himmel. Doch schon der stressige Alltag kann zu einem Problem werden, dass die Gefühle zwischen zwei Menschen belastet. Eine Depression mit all ihren Facetten gilt daher noch viel mehr für viele als der Tod einer Partnerschaft. Doch das muss nicht sein. Die Schlüssel für eine gesunde Beziehung liegen in Vertrauen, Offenheit und Toleranz – die zugleich die Schlüssel für eine Genesung aus der Depression sein können.

Depression und Liebe müssen kein Widerspruch sein

Unbestritten beeinflusst eine psychische Erkrankung jede zwischenmenschliche Beziehung. Der Partner eines Menschen mit Depressionen ist dabei ebenso von der Erkrankung belastet wie der Betroffene selbst. Offenheit und Ehrlichkeit sind von Beziehungen immer gefordert, wenn sie mit Belastungen klar kommen möchten. Irrtümer und Missverständnisse sollten offen und geduldig geklärt werden, damit die positiven Aspekte einer Partnerschaft überwiegen können.

Leider gehen Depressionen und andere psychische Erkrankungen noch immer mit vielen Vorurteilen einher. Der Umstand, dass ein Mensch Depressionen hat und phasenweise seine Lebensfreude nicht spürt, heißt nicht, dass er oder sie gar nicht fühlen kann. Im Gegenteil lieben Menschen mit Depressionen mitunter sehr intensiv und leiden somit stark unter der Wut auf sich selbst, dem Gefühl der Unzulänglichkeit oder Liebeskummer bei Streitigkeiten, aber auch Selbstvorwürfe und Schuldgedanken können verstärkt auftreten. Oft ist es jedoch gerade die Zuneigung zu einem anderen Menschen, welche die Kraft gibt, sich aus der Erkrankung heraus zu bewegen und den Weg der Genesung einzuschlagen.

Ehrlichkeit und Rücksichtnahme auf beiden Seiten erforderlich

Damit die Partnerschaft auch der Belastung einer Depression standhält, sollten Verständnis der Erkrankung beim Partner, gegenseitige Ehrlichkeit, Echtheit und Rücksichtnahme tägliche Begleiter sein. Angehörige sollten sich um Geduld bemühen und sich stets vor Augen halten, dass die Depression eine echte Krankheit ist, für die der Partner nichts kann und die unter entsprechend richtiger Behandlung vorübergeht. Die Rücksichtnahme auf ehrlich geäußerte Befindlichkeiten (auf beiden Seiten) sollte jedoch nicht unbedingt in eine Überfürsorge münden. Ebenso darf der Erkrankte es nicht an Rücksichtnahme auf den gesunden Partner mangeln lassen oder dieser sich alle Auswirkungen von Stimmungsschwankungen gefallen lassen.

Unzufriedenheit sollte von beiden mit sorgfältig gewählten Worten in Ich-Botschaften erläutert werden. Dies gilt nicht nur für die Abläufe und Herausforderungen im Alltag, sondern auch und insbesondere im Bereich der Sexualität. Depressionen, aber auch Medikamente gegen die Depression, können sich in einer verringerten Libido oder Potenzproblemen äußern. Hieraus sollten keine Vorwürfe entstehen, sondern Verständnis – oder im besten Fall platonische Nähe – geübt werden. Auch sollte der gesunde Partner sich regelmäßig seine eigenen Bedürfnisse vor Augen führen und sich unabhängig vom Akutzustand des Erkrankten um ein gesundes Sozialleben kümmern. 

Hilfestellung für den Umgang mit Depressionen in der Partnerschaft bieten Ärzte und Therapeuten für Erkrankte ebenso wie für den Partner. Auch Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige können helfen, die besonderen Herausforderungen für die Partnerschaft zu meistern.

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