Frühlingsgefühle und Depressionen – dem mentalen Tief entfliehen

04 Jun 2018
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Der Depression die Kraft entziehen

Wer selbst mental niedergeschlagen ist, sieht die schönen Dinge des Lebens oft wie durch einen grauen Schleier. Da werden glücklich verliebte Paare plötzlich als kindisch empfunden, die aufblühende Natur mit dem Blick auf den störenden Pollenflug wahrgenommen und die gute Frühlingslaune anderer Menschen durch den Gegensatz zur eigenen Stimmung ins Bodenlose gestürzt, weil sich die Freude an der schönen Jahreszeit nicht empfinden lässt. Doch die Frühlingszeit birgt gerade für Menschen mit Depressionen eine gute Unterstützung, um dem mentalen Tief zu entfliehen und die depressive Episode hinter sich zu lassen.

Sonnenlicht und frische Kost zur Gesundheitsförderung nutzen
Nach der dunklen Jahreszeit bietet die Natur dem Körper einen wahren Cocktail an wohltuenden Aspekten: Das nun wieder häufiger und länger vorhandene Sonnenlicht fördert die Produktion von Vitamin D und steigert die Melatonin-Herstellung. Melatonin ist ein Hormon, das unseren Schlafrhythmus beeinflusst und beispielsweise bei Schlafstörungen in Verbindung mit Depressionen oft in zu geringer Menge im Organismus vorhanden ist. Somit stößt die Frühlingssonne bei vielen Menschen das Ende von Winterdepressionen an und unterstützt das Abklingen von depressiven Episoden nach dem langen Winter.
Durch die sprießende Vegetation bieten sich gleich mehrere Vorteile, mit denen Sie Ihre Depression aktiv bekämpfen können: Frisches Obst und Gemüse ist nun wieder in einer größeren Auswahl überall erhältlich, sodass Sie mit saisonaler Kost leicht einen abwechslungsreichen und gesunden Speiseplan erstellen können. Probieren Sie doch einmal Gerichte mit Gemüsearten, die Ihnen bisher unbekannt waren, kochen Sie mit frischen Küchenkräutern oder lassen Sie sich von der Vielfalt der Wildkräuter und ihren Frühlingsgenüssen begeistern. Bevorzugen Sie bei Ihren Frühlingsaktivitäten stets Aspekte, die Sie emotional positiv ansprechen, um die Vorzüge dieser Jahreszeit gegen die Erkrankung zu nutzen.
Nutzen Sie die Frühlingszeit auch für Spaziergänge an der frischen Luft, bevorzugt in naturnaher Umgebung: Die grüne Farbe der Pflanzen hat eine positive Wirkung auf die Psyche. Grün gilt in der Farbpsychologie als beruhigend und harmonisierend auf Emotionen wie Trauer, Traurigkeit und Wut, vermittelt darüber hinaus Ruhe, Sicherheit und Hoffnung, aber auch Kreativität. Beschenken Sie sich beispielsweise selbst mit einer neuen Pflanze für Ihr Zuhause oder durch einen Blumenstrauß mit Frühlingsblumen in Ihrer Lieblingsfarbe. Diese kleine Geste für sich selbst kann mitunter einen kleinen Freudeschub auslösen, wenn Sie sich dieser öffnen können.

Pflanzen im Frühling können noch mehr
Neben der frischen Kost aus der Natur bietet sich der Umgang mit Pflanzen auch als meditative, in jedem Fall jedoch als gesundheitsförderliche Tätigkeit an. Gartenarbeit wird von vielen Gartenfans gerne als entspannend beschrieben, als eine Tätigkeit, die im stressigen Alltag einen Ausgleich bietet. Mitunter ist sogar von dem Gefühl der “Erdung” die Rede, die dem angespannten Menschen mit hektischem Lebenswandel die innere Ruhe zurückgibt.
Der eigene Garten ist dabei natürlich ein Vorteil, steht dieser nicht zur Verfügung, bieten sich der Balkon und die Fensterbank als verkleinerte Alternativen an. Neben Blumen und Kräutern lässt sich mit ein wenig Vorabinformation aus dem Internet sogar im Blumenkasten frisches Gemüse ziehen – wodurch neben der Freude an der Tätigkeit mit den Pflanzen auch köstliche Genüsse aus eigenem Anbau auf den Tisch kommen.

Der Depression die Kraft entziehen
Mit gedrückter Stimmung empfinden wir auch ohne Erkrankung andere Menschen stets als glücklicher als sie ohnehin schon wirken. Dieser Effekt verstärkt sich in depressiven Episoden zusätzlich hin zu einer negativen Empfindung, welche vorhandene Unterschiede in einen mitunter gravierenden Kontrast setzen. Hintergrund hierfür ist der Unterschied zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung im Rahmen der subjektiv empfundenen Emotionen. Nutzen Sie diese Unterschiede wann immer möglich, um den Fokus auf die gegenseitige Wechselwirkung im Sinne einer Verbindung zu legen. Statt den Kontrast zwischen den Emotionen in den Vordergrund zu setzen, können Sie lernen, wie positive Beobachtungen und Erlebnisse die eigene, negativ empfundene Gefühlswelt aufhellen. So können Sie ein imaginäres Werkzeug entwickeln, mit dem Sie der Depression die Energie entziehen, um die eigene Kraft im Kampf gegen die Krankheit aufzufüllen.

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