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Depression · 27. April 2020 · 2 Min Lesezeit

Was kann ich heute und was nicht? – die Herausforderungen des Alltags meistern

Depression und Alltag: Wie Sie mit Morgenritualen, Tagesplan und realistischen Zielen Ihre Kräfte einteilen und leichter in den Tag starten können.

Aquarell: Der Weg vom Bett zur Tür wirkt unnatürlich lang, am Ende wartet warmes Licht
Illustration erstellt mit KI – mehr erfahren

Wer mit Depressionen lebt, muss jeden Tag aufs neue Herausforderungen begegnen. Während an manchen Tagen der Alltag schaffbar erscheint, stellen tageszeitabhängig (sog. „Morgentief“) schon einfachste Tätigkeiten wie das Aufstehen ein als fast schon unüberwindlich empfundenes Hindernis dar. Die richtige Balance für die eigenen Kräfte zu finden bildet daher eine Kernaufgabe für die Genesungsförderung.

Ein individueller Plan: Depressionen überwinden und gestärkt daraus hervorgehen

Ebenso wie jeder Mensch ist auch die Erkrankung an einer Depression stets individuell. Haben Sie Probleme, Ihren Alltag zu gestalten, sollten Sie sich im Rahmen der Therapie Ihrer Stärken bewusst werden, Ihre Fähigkeiten fördern und diese in einen an Sie angepassten Tagesplan einbinden. Hierdurch können Sie aus den täglichen Herausforderungen neue Gewohnheiten etablieren, mit denen Sie leichter in den Tag starten können.

Wussten Sie beispielsweise, dass gleichbleibende Handlungen, die Sie an 30 Tagen hintereinander vornehmen, in eine Gewohnheit übergehen? Gewohnheiten fallen uns leichter als neue Tätigkeiten, da sie dem Menschen Sicherheit und Geborgenheit durch Beständigkeit vermitteln. So können Sie beispielsweise jeden Morgen beginnen, in dem Sie die gleiche Reihenfolge Ihrer Morgentätigkeiten einhalten. Dies fällt leichter, wenn Sie diese Reihenfolge zumindest am Anfang schriftlich fixieren.

Stehen Sie wenn möglich rechtzeitig, gerne auch früh (im Sommer einfacher), auf und nutzen Sie eine größtmögliche Zeitspanne, um Zeitdruck im Morgenablauf zu vermeiden. Beginnen Sie zum Beispiel mit dem Weg ins Bad, dann in die Küche, wo Sie in Ruhe frühstücken, um sich erst dann mit weiteren Erfordernissen und Aufgaben des Tages zu konfrontieren. Lassen Sie Handy, Fernseher und Radio in dieser Zeit besser ausgeschaltet. Nutzen Sie stattdessen eine Musik-CD, die Sie mögen, und die Sie jeden Tag zu Ihrem Morgenritual hören.

Erstellen Sie einen Morgenplan, der möglichst perfekt auf Sie und Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Dieser sollte jedoch schlicht und einfach gehalten werden. Je weniger Punkte Sie am Morgen „zu erledigen“ haben, desto einfacher wird die regelmäßige Umsetzung. Alternativ können Sie auch eine Abendroutine in dieser Form entwickeln, die Sie dabei unterstützt, nach einem anstrengenden Tag leichter zur Ruhe zu finden.

Ideen aus der Therapie als Inspiration nutzen 

In der Therapie erfahren Sie mehr über sich selbst und Ihre Stärken, mit denen Sie ein optimales Gleichgewicht für die mentale Gesundheit erreichen können. Lassen Sie sich von den Therapieangeboten inspirieren, um neue Hobbys und Interessenfelder in Ihrem Alltag zu etablieren. Erschaffen Sie kraftspendende Ausgleichsmomente für Ihren Alltag, die Sie ebenso wie Morgen- und Abendrituale fest in Ihren individuellen Wochenplan einbinden können.

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