Hilfe zur Selbsthilfe – Genesungshilfe und Prävention gegen Rezidive

14 Sep 2020
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Frank Oschatz
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Gespräche mit Betroffenen als Unterstützung bei Depression und Burnout

Ist eine Depression (bzw. ein Burnout-Syndrom) durchlaufen und die Behandlung erfolgreich abgeschlossen, ist es wichtig, nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Die Gefahr von Rezidiven, wie die Medizin das Wiederauftreten der Erkrankung nennt, kann sonst begünstigt werden. Zur Prävention gegen einen Rückfall können Selbsthilfegruppen ebenso hilfreich sein wie als Unterstützung auf dem Genesungsweg. Für Betroffene, aber auch für Angehörige, bieten sich heute in vielen Städten Initiativen und Selbsthilfegruppen, bei denen sich Menschen zusammenfinden, die einander aufgrund eigener Erfahrung verstehen oder gar helfen können. 

Verständnis finden, gegenseitige Unterstützung bieten

Es gibt viele Aspekte im Leben eines Menschen, deren Erleben andere nur nachvollziehen können, wenn sie es in ähnlicher oder vergleichbarer Form ebenfalls erlebt haben. Zu schwierig ist die Erläuterung der damit verbundenen Gefühlswelt, die Suche nach dem individuell richtigen Lösungs- oder Verbesserungsweg oder die Verarbeitung der Situation. Das richtige Gespür und das Finden von Verständnis ist daher meist als schwierig bis unmöglich zu betrachten.
Auch Depressionen gehören zu diesen Aspekten. So wie ein Mensch, der noch nie eine Depression oder ein Burnout hatte, diese Empfindungen und Symptome nur eingeschränkt nachvollziehen kann. In Selbsthilfegruppen sprechen Betroffene miteinander und können somit ein anderes Verständnis finden, als dies im normalen Umfeld der Fall ist. Ebenso können die Angehörigen von anderen Betroffenen die Gedankengänge und Belastungen besser nachvollziehen. 
Die in Selbsthilfegruppen für Depressionserkrankte und deren Angehörigen weitergegebenen Empfehlungen und Tipps basieren auf eigener Erfahrung, welche fundierte Hintergründe haben. Sie können die individuellen Hinweise des Therapeuten somit gut ergänzen und haben für Betroffene in der Regel eine andere Wertigkeit als die (oft ungebetenen) Ratschläge von gut-meinenden Personen, die keine Erfahrung mit dem Krankheitsbild und seinen Auswirkungen haben.

Die richtige Selbsthilfegruppe finden

Im Internet finden sich schnell Hinweise auf vielfältige Selbsthilfegruppen. Doch meist finden sich auf den ersten Blick nur Organisationen, die in weit entfernten Großstädten agieren. Eine Übersicht zu regionalen Treffen für die Selbsthilfe bei Depression und anderen Erkrankungen findet sich beispielsweise bei der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, kurz NAKOS, unter www.nakos.de. Auch die Deutsche Depressionshilfe bietet Hilfestellung, um Selbsthilfegruppen für Menschen mit Depressionen und deren Angehörige zu finden. Die Übersicht hierzu finden Sie unter https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/selbsthilfegruppen. Darüber hinaus bieten Onlineangebote von diversen Initiativen, Vereinen und Organisationen Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Kontakten. Hierzu zählen unter anderem die Deutsche Depressionsliga (http://depressionsliga.de) oder die „Freunde fürs Leben“ unter https://www.frnd.de/, die sich um die besonderen Bedürfnisse für Betroffenen und Angehörigen bei Depressionen bemühen und wertvolle Aufklärungsarbeit leisten.
Darüber hinaus bieten heute fast alle öffentlichen Stellen, beispielsweise Kreis- und Verbandsgemeindeverwaltungen, Gesundheitsämter und Bürgerservices schnelle Hilfestellung bei der Suche nach Informationsstellen für regionale Angebote. Auch Therapeuten, die Informationsstellen psychiatrischer Einrichtungen und Ärzte kennen meist die örtliche Struktur der Selbsthilfegruppen in Ihrer Region.

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