Glückshormone & Co. – Glutamat

14 Dez 2020
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Glückshormone & Co. – Glutamat

Neurotransmitter und Geschmacksverstärker

Eine eher unrühmliche Bekanntheit erlangte das Glutamat als umstrittener Zusatz in verarbeiteten Lebensmitteln, wo es als Geschmacksverstärker eingesetzt wird. Das körpereigene Glutamat gilt als wichtiger Neurotransmitter, der für die Gedächtnisleistung, die Sinneswahrnehmungen und die Bewegung des Körpers wichtig ist.

Bedeutender anregender Neurotransmitter für Gehirn und ZNS

Von Natur aus ist Glutamat ein äußerst wichtiger Neurotransmitter im Gehirn sowie im Zentralnervensystem, das den Stoff aus der Aminosäure L-Glutaminsäure selbst herstellt. Im ZNS gilt Glutamat quantitativ als eher aktivierender Vertreter der Neurotransmitter. An rund 70% der erregend auf die Synapsen einwirkenden Vorgänge im zentralen Nervensystem ist Glutamat beteiligt.

Die Funktionen des Botenstoffes sind vielfältig und liegen beispielsweise in der Vermittlung von Sinneswahrnehmungen und dem Einfluss auf die Ausschüttung von Hormonen im Gehirn (Hirnanhangdrüse, Hypophyse u.a.). Somit gilt Glutamat auch als wichtig für höhere Gehirnfunktionen, die beim Lernen und der Gedächtnisleistung notwendig sind, oder für motorische Funktionen, die das Ausführen von Bewegungen durch Muskelarbeit und Koordination erst möglich machen. Darüber hinaus nimmt Glutamat Einfluss auf die Appetitregulation, indem es den Appetit steigert und das Sättigungsgefühl unterdrückt.

Gegenspieler für die Glutamat-Wirkung im Körper ist die Gamma-Aminobuttersäure, kurz GABA. Dieser Neurotransmitter senkt die Erregbarkeit der Nervenzellen, die durch Glutamat angeregt wurden, und bildet somit den harmonisierenden Ausgleich für den Organismus.

Zugeführtes und körpereigenes Glutamat

L-Glutaminsäure ist in den meisten proteinhaltigen Lebensmitteln enthalten und wird vom Körper in Glutamat umgewandelt, das im Gehirn und im ZNS erregend wirkt. Ein Überschuss an Glutamat kann Neuronen zerstören und die Gehirnleistung herabsetzen. Entsprechend geriet Glutamat in seiner Nutzung als Lebensmittelzusatzstoff und Geschmacksverstärker in die Kritik und zugleich in den Verdacht, degenerative Erkrankungen wie Demenz, Morbus Parkinson, Depressionen und andere Krankheiten auszulösen oder zu fördern.

Die Wissenschaft sieht dies jedoch als eher unwahrscheinlich an, da über die Nahrung aufgenommenes Glutamat auf Fertigprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln über den Darm aufgenommen und nach Weitergabe an die Leber in Zucker und Milchsäure umgewandelt wird. Zudem werden Überschüsse an körpereigenem Glutamat durch GABA ausgeglichen. Dennoch ist die Zufuhr von Glutamat aus Speisen mit Vorsicht zu betrachten, da Glutamat dem Essen mehr Geschmack verleiht und somit zu einem erhöhten Verzehr verleitet, der gegebenenfalls zu Übergewicht führen kann.

Neuere Depressionsmedikamente greifen ebenfalls modulierend und harmonisierend in den Glutamatstoffwechsel ein.

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