Bioidentische Hormontherapie – was ist das eigentlich?

27 Jan 2020
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Bioidentische Hormonmedizin als Chance
bei lebensspannenabhängigen Erkrankungen

Der Hormonhaushalt ist ein komplexes Gebilde, welches die vielfältigen Funktionen im Wunderwerk “menschlicher Körper” prägt. Hormone sind biologische Botenstoffe. Kommen die Hormone aus dem Gleichgewicht, können diverse Beschwerden oder gar schwerwiegende Erkrankungen die Folge sein. Bei psychischen Erkrankungen spielt die individuelle Hormonsituation eine tragende Rolle. Somit bergen Lebensphasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre, die natürliche Veränderungen des Hormonhaushaltes mit sich bringen, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Depressionen bzw. „Burnout-Syndromen“. Die Behandlung bzw. Ergänzung mit/von bioidentischen Hormonen, die im Wesentlichen nebenwirkungsfrei geschieht, unterstützt den Körper dabei, wieder in ein ausgewogenes Hormongleichgewicht zurückzufinden.

Erhöhtes Risiko für Depression in besonderen Lebensphasen
Hormone prägen unser Leben. Schon im normalen Alltag unterliegt der Hormonstoffwechsel bei Kindern, Erwachsenen und Senioren gleichermaßen vielfältigen Belastungen. In besonderen Lebensphasen, beispielsweise in der Pubertät, während und nach Schwangerschaft und Stillzeit sowie in den Wechseljahren, unterliegt der Hormonhaushalt mit dem Ziel der natürlichen Weiterentwicklung einem Hochleistungsanspruch. Die mit dem jeweiligen Ereignis in Verbindung stehenden Veränderungen im Körper können für ein vorübergehendes oder lang anhaltendes Ungleichgewicht im Hormonhaushalt sorgen.
Ebenso kann eine hohe psychische Belastung wie ein Schicksalsschlag, langanhaltende Überbelastung (z.B. Überarbeitung und hohe Anforderungen im privaten wie beruflichen Umfeld) oder vergleichbare Aspekte einen unausgewogenen Hormonhaushalt hervorrufen. Besteht zusätzlich eine genetische Vorbelastung, steigt das Risiko für den Ausbruch einer psychischen Erkrankung wie einer Depression oder ein „Burnout-Syndrom“.

Ein bekanntes Beispiel für eine lebensspannenabhängige Erkrankung ist die “postpartale Depression”, die auch als “postnatale Depression”(aus dem Lateinischen: “natus” – “geboren”) bezeichnet wird. Sorgen bei vielen Frauen schon während der Schwangerschaft die für die körperliche Entwicklung von werdender Mutter und Kind notwendigen Hormone für Stimmungsschwankungen, fällt der vorher (physiologisch) deutlich erhöhte Spiegel von bestimmten Hormonen nach der Geburt vergleichsweise schnell ab. In der Folge kommt es zum gut bekannten “Schwangerschaftsblues”, der sich normalerweise ohne Behandlung nach einigen Wochen parallel zum Ausgleich im Hormonstoffwechsel wieder reguliert. Schafft der Körper jedoch die Regulation des Hormonhaushaltes hin zu einem normalen Gleichgewicht nicht alleine und entsteht eine nicht nur vorrübergehende, sondern sogar bleibende, ausgeprägtere depressive Verstimmung, ist professionelle Hilfe erforderlich.
Vergleichbare Probleme können in der Pubertät auftreten, wenn insbesondere die Sexualhormone extrem aktiv sind, um die natürliche Körperentwicklung vom Kind zum Erwachsenen zu vollziehen. Ein entgegengesetztes Ungleichgewicht kann ebenfalls mit dem Eintritt in das Seniorenalter entstehen. Die Abnahme der Sexualhormone führt nicht selten zu Depressionen, die bei Frauen im Rahmen der Wechseljahre, bei Männern oft scherzhaft und etwas unernst als “Midlife-Crisis” bezeichnet, eintritt. Meist bilden hierbei die körperlichen Hormonungleichgewichte den Startschuss für psychische Veränderungen, die durch zusätzliche Auslöser im persönlichen Umfeld (Eintritt in die Rente, Schicksalsschläge durch Verlust naher Familienangehöriger o.ä.) zu einer großen und nicht immer gut leistbaren Herausforderung werden können. Die Entstehung von Depressionen und ähnlichen Erkrankungen wird somit begünstigt.

Die bioidentische Hormontherapie bei Depression und Burnout
Hormone sind Botenstoffe, die als Informationsvermittler an vielfältigen Vorgängen im Körper beteiligt sind. Bioidentische Hormone sind aus natürlichem Vorkommen heraus (z.B. Yamswurzel) hergestellte Substanzen nach dem Vorbild natürlicher Hormone, deren Eigenschaften denen von natürlichen Hormone gleichen und die in der Regel bei Ergänzung/Substitution keine Nebenwirkungen erzeugen. Liegt die Ursache für eine psychische Erkrankung in einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt, kann die bioidentische Hormontherapie eine interessante Ergänzung evidenzbasierter Behandlungsbemühungen sein. Ein Hormonmangelsyndrom kann mithilfe einer einfachen Blutentnahme (Bestimmung des sog. Hormonstatus) und mit Hilfe verschiedener Fragebögen sowie einer körperlichen Untersuchung einfach und sicher festgestellt werden.Testosteron und Progesteron zählen z.B. zu den beiden in der Psychosomatik bzw. Psychiatrie wichtigen Sexualhormonen, die sowohl energetisch, stabilisierend als auch antidepressiv und angstlösend auf die Psyche einwirken. Zudem haben diese Hormone auch wichtige und positive Körperwirkungen (Durchblutung, Muskelaufbau, Fett- und Knochenstoffwechsel, etc.).

Statt mit klassischen, chemischen Arzneiwirkstoffen wird also der Ausgleich des Hormonhaushaltes durch die Zufuhr bioidentischer Stoffe bewerkstelligt. Der Körper wird so in seiner natürlichen Funktion und nebenwirkungsarm- bzw. frei unterstützt. So können Hormondefizite über eine Aktivierung der unzureichenden Hormonproduktion, alternativ über die Einnahme bioidentischer Hormone ausgeglichen werden. Umgekehrt kann bei Hormon-Überschüssen beruhigend auf die Hormonproduktion eingewirkt werden, um das natürliche Gleichgewicht im Hormonstoffwechsel des Körpers zurückzubringen.
Der Ansatz der bioidentischen Hormontherapie ist gut belegt und dabei als äußerst nachhaltig zu bezeichnen, da die vorliegende Problematik an der Ursache behoben wird, statt ausschließlich die Symptome zu behandeln. Eine Hormontherapie mit bioidentischen Komponenten eignet sich somit nach genauer und sorgfältiger Indikationsstellung und in Absprache bzw. Zusammenarbeit mit dem betreuenden Gynäkologen oder Andrologen/Urologen hervorragend als sowohl psychisch als auch körperlich wirksame Ergänzung zu einer eventuell parallel durchzuführenden Psychopharmaka- oder Psychotherapie. Sprechen Sie uns bei Interesse gerne an!

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