Blick Richtung Sonne

Nicht mehr mit mir
Selbstwert stärken und Selbstfürsorge zur Prävention

Viele Burnout-Patienten reagieren zu spät auf die Warnsignale Ihres Körpers und fallen irgendwann in ein tiefes Loch, das in einer Depression mündet. Häufig kommen der Zusammenbruch und die Erkenntnis für den Hilfebedarf in einem Moment, in dem er oder sie eigentlich aufatmen könnte: Das große Projekt ist erfolgreich abgeschlossen, der stete Termindruck weicht einer Lücke im Kalender oder eine Problemsituation wurde gelöst. Der zuvor durch den Stress aufrecht gehaltene Körper verliert die körperliche und / oder mentale Anspannung und fällt in sich zusammen. Der Burnout hat zugeschlagen.

Warnsignale frühzeitig erkennen
Ein drohender Burnout kündet sich immer an. Doch nicht immer werden die Warnzeichen für die Überlastungserkrankung auch als solche erkannt. Man hat gerade "keine Zeit für Kopfschmerzen" und nimmt eine Schmerztablette gegen das Pochen im Schädel. Der notwendige Ruhebedarf des Körpers wird überhört, da Schlaf ohnehin "überbewertet" ist und es "ja nur noch darum geht, die eine oder andere wichtige Aufgabe zu erledigen". Vielfach sind die Betroffenen sogar stolz darauf, trotz der Beschwerden mit der eigenen Selbstdisziplin "weiter gemacht zu haben". Ausruhen kann man ja später noch genug. 

Das Verdrängen der Warnsignale führt jedoch nicht zu deren Auflösung, sondern zu einer Verlagerung der Problematik und einer Erhöhung ihrer Intensität. Da werden aus Magenreizungen schwerwiegende Magenprobleme bis hin zum Magengeschwür, der Bluthochdruck zu einer Gefahr für das Herz und den Kreislauf. Zudem sorgen der anhaltende Stress und die innere Anspannung für eine erhöhte Produktion von Stresshormonen, die in Verbindung mit der oft ungesunden Lebensweise eine Belastung für den ganzen Organismus bedeutet. Somit kann der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten, was je nach Ausprägung wiederum die Entstehung von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen begünstigen kann. 

Achten Sie entsprechend auf die Warnsignale Ihres Körpers und reagieren Sie umgehend mit Veränderungen in Ihrer Lebensführung, wenn 

- Sie häufig Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme haben.
- Sie sich oft energielos und antriebslos fühlen.
- Sie oft schon auf Kleinigkeiten gereizt oder aggressiv reagieren.
- Sie häufige Stimmungsschwankungen bemerken - oder darauf angesprochen werden.
- Sie nur schwer ein- oder durchschlafen können.
- Sie unbestimmte Symptome wie Herzklopfen, Schwindel oder Probleme mit dem Magen haben.
- Sie Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Überforderung oder Selbstzweifeln überkommen.
- Sie andere Veränderungen an sich feststellen, die Ihnen komisch vorkommen.

Sie selbst haben es in der Hand, auf die Warnsignale zu reagieren und einen drohenden Burnout abzuwenden. Übernehmen Sie nicht nur Aufgaben und Verantwortung für andere, sondern auch für sich selbst und Ihre Gesundheit.

Präventionsmaßnahmen gegen Burnout als Vorsorge und Strategie nach einer Burnout-Erkrankung

Eine gute Work-Life-Balance gilt als optimale Vorsorge gegen einen Burnout. Doch die inzwischen als Modewort publizierte Begrifflichkeit beinhaltet deutlich mehr als nur eine ausgewogene Balance zwischen der Arbeit und dem Privatleben. 

Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Lebensalltag auf Zeitdruck, Terminstress und damit verbundene Verantwortungsbereiche. 
Müssen Sie neben dem stressigen Arbeitsalltag auch im Vereinsleben überall eine tragende Rolle spielen oder können Sie einzelne Aufgaben und Tätigkeiten an andere Mitstreiter delegieren?
Ist der Haushalt ihre alleinige Aufgabe für die ganze Familie oder könnten andere Familienmitglieder mit anpacken?
Sind in Ihrem Terminkalender die Termine dicht an dicht gepackt oder gibt es Platz für Pausen?
Sind die privaten Verabredungen durchgängig zu ihrem Vergnügen oder sind einige lästige Verpflichtungen dabei, die Ihr persönliches Stresslevel belasten?
Sind Sie mental dazu in der Lage, Verantwortung abzugeben oder haben Sie das Gefühl, alles selbst machen zu müssen?

Aber auch eine umgekehrte Prüfung ist sinnvoll: 
Wann haben Sie zuletzt ein Buch gelesen?
Wann haben sich zuletzt ohne Einkaufsliste beim Bummeln vergnügt?
Wohin ging Ihr letzter, privater Ausflug, den Sie nur zum Spaß unternommen haben?
Wie oft haben Sie Zeit für Ihr Hobby? Nutzen Sie diese Zeiten positiv und gerne?
Wie regelmäßig treiben Sie Sport oder gönnen sich eine Wellness-Auszeit?
Befinden Sie sich oft in positiver Gesellschaft oder sind Ihre Kontakte eher anstrengend und kraftraubend?

Machen Sie eine persönliche Liste, in der Sie die anstrengenden Verpflichtungen und Ihre individuellen Regenerationsaspekte gegeneinander Abwägen. Welche Seite überwiegt in Ihrer Aufstellung?

Sind die fordernden Aspekte deutlich stärker vertreten als die ausgleichenden Gelegenheiten zur Regeneration, sollten Sie umgehend handeln und ein gutes Gleichgewicht herstellen. Lernen Sie Delegieren, nutzen Sie Strategien zur Selbstorganisation und verändern Sie Ihren Selbstanspruch, stetig besser und leistungsstärker zu werden. Lernen Sie neu, Sie selbst zu sein und Ihre individuellen Bedürfnisse wieder zu erfüllen. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken mit einem Wohlbefinden, dass Sie sich durch Selbstverantwortung und Selbstfürsorge redlich verdient haben!

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