Frau, Therapie

Die Therapie: Entscheidung zur Veränderung
Welche Therapien sind für mich geeignet?

Moderne Therapien bieten für die Vielfalt der psychischen Erkrankungen unterschiedliche Behandlungsansätze. Je nach Krankheitsbild kann eine ambulante Therapie mit tiefenpsychologischen oder verhaltenstherapeutischen Ansätzen die Genesung voranbringen. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen eine stationäre oder eine teilstationäre (tagesklinische) Behandlung die bessere Wahl darstellen kann.

Einmal in der Woche oder direkt ins Krankenhaus?
Die Frage, ob eine stationäre oder eine ambulante Therapie die richtige Wahl ist, hängt von der individuellen Situation und der Schwere der Erkrankung ab, und kann somit nicht allgemeingültig erklärt werden. Meist jedoch ist ein Indiz für den Bedarf einer stationären Behandlung der Umstand, ob der Klient seinen Alltag noch bewältigen kann oder ob er selbst bei der Bewältigung der alltäglichen Anforderungen Unterstützung benötigt. 

Ist der Klient z.B. darin eingeschränkt, vereinbarte Termine wahrzunehmen, ist eine Behandlung unter Einbindung eines Krankenhausaufenthaltes in einer Klinik für psychische Erkrankungen sicherlich die beste Wahl. Ist die Fähigkeit zur Alltagsbewältigung nur eingeschränkt vorhanden, kann auch eine tagesstationäre Behandlung in einer Klinik erfolgen, bei welcher der Klient am Morgen zur Klinik fährt und am Abend zurück nach Hause kommt. 
Der Klinikaufenthalt hat gegenüber der ambulanten Therapie den Vorteil, dass der Klient enger und intensiver mit den Therapeuten arbeiten kann und somit oft schneller in seiner Genesung voranschreitet. Allerdings ist der Klient dann auch auf die vor Ort tätigen Behandler angewiesen und kann nur eingeschränkt den Therapiepartner wechseln, wenn die "persönliche Chemie" mit dem Therapeuten nicht stimmt. 
Ein gutes Vertrauensverhältnis benötigt dabei Zeit zum Aufbau. Stimmt die "Chemie" zwischen beiden Parteien, ist das für den Behandlungserfolg eine maßgebliche Unterstützung. Der Klient kann sich in diesem Fall dem Behandler leichter öffnen, nimmt offener Tipps und Vorschläge an, die er zugleich einfacher in seinen Genesungsverlauf integrieren kann.

Welche Therapien sind für mich geeignet?
Ebenso wie bei der Frage nach der Therapie in stationärer oder ambulanter Behandlung gibt es auch bei der Wahl der Therapieform keine allgemeinen Kriterien, nach denen sich die richtige Auswahl der Therapie richtet. Entsprechend wird zumeist mit einem Psychologen in einem umfassenden Erstgespräch ein auf die individuelle Krankheitsproblematik und dem Bedarf an Hilfestellung angepasster Therapieplan erstellt, anhand dem die weitere Auswahl für die richtige Therapieform getroffen wird. 

Insgesamt bieten sich heute fünf wissenschaftlich anerkannte, therapeutische Verfahren für die Behandlung von psychischen Erkrankungen. Hierzu zählen die analytische und die tiefenpsychologische Therapie, die Verhaltenstherapie, die Gesprächstherapie und die systemische Therapie. Nahezu jeder Therapeut besitzt einen Behandlungsschwerpunkt in einer dieser Therapierichtungen, doch gehen viele Elemente der einzelnen Therapien fließend ineinander über, so dass mitunter eine individuelle Anpassung der Behandlung nach Bedarf möglich sein kann. 

Die analytische Psychotherapie
geht auf Sigmund Freud zurück. Sie sucht die Ursache von psychischen Erkrankungen in nicht bewältigten Entwicklungsaspekten, traumatischen Erlebnissen und unbewussten innerseelischen Konflikten. Der Therapeut ist dabei ein neutraler Gesprächspartner und analysiert emotionale- und Beziehungsmuster, um den Klienten bei der Veränderung der Problematik zu begleiten. Ziel der Therapie ist vor allem ein Bewusstmachen und Verarbeiten der ungelösten inneren Konflikte zur Förderung der Gesundung. 

Die tiefenpsychologische Therapie
legt ähnlich wie die Psychoanalyse den Blick auf unbewusste innerseelische Konflikte und deren Auswirkung auf das Fühlen, Denken und Handeln. Die These besagt, dass nicht gelöste Konflikte oder Traumata tief in der Psyche verankert sind und somit im Erkrankungsfall die Beschwerden auslösen. Ziel der Therapie ist die Lösung einer konkreten Belastungsproblematik mit der Entwicklung neuer Blickwinkel und Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft.

Die Verhaltenstherapie
geht davon aus, dass falsch erlernte Vorstellungen und Verhaltensmuster des Klienten die psychische Erkrankung auslösten oder verstärkten. Entsprechend soll über die Therapie das ungünstige Erleben und Verhalten der Person differenziert analysiert und durch neue, zielführende Veränderungen verbessert werden. Ziel der Therapie ist die Entwicklung von Strategien, die der Erkrankung entgegenwirken.

Die Gesprächstherapie
wird auch klientenzentrierte Psychotherapie genannt. Ihre These geht vom natürlichen Wunsch des Menschen aus, sich positiv weiter zu entwickeln. Die Erkrankung der Psyche ist somit ein Ausdruck eingeschränkter Wachstumskräfte, die durch neue Verhaltens- und Denkmuster wieder zurück zur freien Entfaltung geführt werden soll. Ziel der Therapie ist die Selbsterforschung sowie die Gewinnung von Selbstwertgefühl.

Die systemische Therapie
sieht die Ursache für psychische Erkrankungen in gestörten Kommunikationsstrukturen und den damit verbundenen Problemen in der Beziehungskultur zwischen verschiedenen Menschen. Im Therapieverlauf sollen neue Denkmuster entwickelt und versteckte Fähigkeiten des Klienten, beispielsweise im Bereich der Selbstbestimmung, gefördert werden. Die Therapie kann als Einzel-, Paar-, Familien- oder Gruppentherapie vorgenommen werden und hat zum Ziel, durch gesunde Kommunikation und soziales Miteinander psychische Problematiken aufzulösen.

Zurück zur Übersicht