Gesundheitliches Wirken

Zum Welttag des Yogas (21.06.) möchten wir Ihnen die gesundheitlichen Vorteile von Yoga aufzeigen. Seine lange Tradition reicht 3500 Jahre zurück. Damals gab es noch keine Verbindung zum Thema Gesundheit. Die Yogis wollten nur „Erlösung finden“ [1]Dr. med. Larsen, Christian; Dr. Guggenbühl, Claudia: Yoga. Die 5 Schlüssel zur Gesundheit. GU. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2021. 1. Auflage.. Heute wird Yoga mit einem gesunden Lifestyle verbunden. Trifft das zu? Die Frage nach der gesundheitsfördernden Wirkung wollen wir im Folgenden darlegen.

Yoga und Schmerz

Es gibt verschiedene Ansätze, um die schmerzlindernde Wirkung von Yoga darzulegen. Im Folgenden werden die verschiedenen Wirkungsmöglichkeiten aufgeführt und im Laufe des Beitrags ausführlicher thematisiert:

  • Asanas (Yogastellungen)
  • Lebensführung (Ayurveda)
  • Summen (Vagusnerv)
  • Meditation

Durch das regelmäßige Üben von Asanas (Yogastellungen) kann die Schmerzempfindlichkeit gesenkt werden. Yoga bringt eine spezifische Lebensführung (Ayurveda) mit sich. Wird nach dieser gelebt, so vermag sie die Entzündungsneigung im Körper zu senken [2]Dr. med. Larsen, Christian; Dr. Guggenbühl, Claudia: Yoga. Die 5 Schlüssel zur Gesundheit. GU. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2021. 1. Auflage.. Ayurveda ist heute ein Modebegriff, hinter dem viel mehr steckt, als man vermuten möchte. Es ist ein individueller auf die Ernährung bezogener Ansatz und vertritt die Aussage, dass unsere Nahrung einen großen Einfluss auf unseren Körper hat. Dabei werden persönliche Aspekte wie Alter, Lebensweisen, Aktivitäten und externe Einflüsse, beispielsweise Klima oder Jahreszeiten, miteinbezogen. Es ist „ein höchst individualisierter Therapieansatz, der in erster Linie Krankheiten präventiv entgegenwirken möchte“ und „ist hochmodern“, so Dr. Guggenbühl, Autorin von Yoga – Die 5 Schlüssel zur Gesundheit [3]Dr. med. Larsen, Christian; Dr. Guggenbühl, Claudia: Yoga. Die 5 Schlüssel zur Gesundheit. GU. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2021. 1. Auflage..

Der Vagusnerv ist ein im ganzen Körper mitwirkender Nerv, welcher zum Parasympathikus gehört. Der Parasympathikus ist im Gegensatz zum Sympathikus für die Entspannung, Erholung und Regeneration mitverantwortlich. Die entspannende Wirkung des Vagusnervs kann auf unterschiedliche Arten gestartet werden. Eine Methode, um sich zu beruhigen, ist es einen ganz leichten Druck auf die geschlossenen Augenlider auszuüben. Durch Vibrationen im Kehlkopf, wie Summen, Brummen oder Singen, kann der Vagusnerv über seine „eigenen motorischen Nervenfasern im Rachen und Kehlkopf“ aktiviert werden, so Dr. med. Larsen, Autor von Yoga – Die 5 Schlüssel zur Gesundheit [4]Prof. Dr. med. Schnack, Gerd; Schnack-Iorio, Birgit: Die Vagus-Meditation: Der Entspannungsnerv: Wie Sie ihn aktivieren und damit Stress reduzieren. Trias, 2022. 1. Auflage.. Es gibt noch viele weitere Übungen zur Stimulierung des Parasympathikus [5]Prof. Dr. med. Schnack, Gerd; Schnack-Iorio, Birgit: Die Vagus-Meditation: Der Entspannungsnerv: Wie Sie ihn aktivieren und damit Stress reduzieren. Trias, 2022. 1. Auflage..

Kleiner Exkurs:

Der Sympathikus und der Parasympathikus gehören beide zum autonomen bzw. vegetativen Nervensystem. Dieses ist für die Steuerung aller Lebensfunktionen wie Atmung und Herz verantwortlich. Es wird im Gegensatz zur Großhirnrinde (Kortex), in der das Lernen und Denken stattfindet, nicht aktiv verwendet. Vereinfacht gesagt, der Sympathikus ist bei Stress und Gefahr aktiv und der Parasympathikus zeichnet sich für Regeneration und Entspannung verantwortlich. Sie können nur einzeln in Aktion treten, da sie konträr zueinander sind. Evolutionär gesehen ist der Sympathikus im Vorteil, denn als Kampf- und Fluchtnerv hat er eine Vormachtstellung. Für den modernen Menschen entstehen so Herausforderungen, da Stress, als Auslöser des Sympathikus, alltäglich ist. Dies bedeutet eine dauerhafte Aktivierung. Eine Situation, die zu gesundheitlichen Schädigungen führen kann. Demgegenüber kann ein aktiver Parasympathikus Folgendes ermöglichen [6]Prof. Dr. med. Schnack, Gerd; Schnack-Iorio, Birgit: Die Vagus-Meditation: Der Entspannungsnerv: Wie Sie ihn aktivieren und damit Stress reduzieren. Trias, 2022. 1. Auflage.:

  • Entspannung
  • Regeneration
  • Erholsamer Schlaf
  • Aufgefüllte Energiereserven
  • Stärkung Immunsystem

Auf diesem Weg kann eine Leistungsabnahme und eventuell sogar ein Burnout vermieden werden.

Mögliche Folgen von Stress

Lang anhaltender Stress kann zu körperlichen Schmerzen führen. Er mindert die Muskeldurchblutung und erleichtert die Schmerzentstehung. Stress kann hormonelle Auswirkungen haben, beispielsweise bewirkt er eine negative Beeinflussung des Hormons Serotonin. Ein niedriges Serotoninlevel spiegelt sich in verschieden möglichen Folgen:

  • Depression
  • Angstzuständen
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Zwanghaftes Verhalten
  • Impulsive Gedanken
  • Appetitlosigkeit

Bewegung, Entspannungstechniken und eine Ernährungsumstellung sind Möglichkeiten, den Serotoninspiegel im Körper zu heben [7]https://www.alta-klinik.de/ratgeber/serotonin/#:~:text=Serotonin%20ist%20ein%20Neurotransmitter%2C%20der,Fleisch%2C%20N%C3%BCssen%20und%20Samen%20enthalten.. Diese drei Aspekte führen zu Yoga als ganzheitliches Konzept.

Verlängert Yoga das Leben?

Sardinien in Italien, Okinawa in Japan und Ikaria in Griechenland, diese drei Regionen verbinden heute viele Menschen mit Langlebigkeit. Die dort herrschende hohe Altersgrenze führen die Experten auf bestimmte Faktoren zurück. Diese sind [8]https://www.bluezones.com/

  • Alltägliche Bewegung wie Haushalt, Gartenarbeit oder Tanzen
  • Gesunde Ernährung mit viel vegetarischer, eiweißreicher Kost
  • Moderater und regelmäßiger Alkoholkonsum (1-2 Gläser pro Tag)
  • Nicht übersättigen, den Magen nur zu 80 % füllen
  • Eigenen Lebenssinn finden
  • Routinen, um Stress abzubauen
  • Zufriedenheit und Freude im Leben
  • Qualitativ hochwertiges, soziales Netzwerk und Priorisierung von sozialen Kontakten gegenüber beruflichen Verpflichtungen
  • Gefühl sozialer Zugehörigkeit

Ein genauer Vergleich dieser Aspekte mit Yoga offenbart die Übereinstimmung beider Lebensweisen. So ist auch ohne wissenschaftliche Evidenz die Aussage möglich, dass Yoga eine Verlängerung des Lebens begünstigen kann. Experten zufolge soll eine reale Wirkung von 10 bis 12 Jahren möglich sein. 

Yoga bei Angst und Depression

Yoga ist in seiner ursprünglichen Bedeutung Meditation. Meditation ist, wenn das ganze Bewusstsein auf einen Punkt konzentriert wird. Diese Methodik kann:

  • Beim Entspannen helfen
  • Den stressigen Alltag ausblenden
  • Den Fokus trainieren

Diese Kombination kann bei der Bewältigung von leichten Angstzuständen helfen bzw. diese lindern. Während der Meditation wandern die Gedanken nicht umher, so ist eine kleine Auszeit von den Ängsten bzw. der Depression gegeben. Diese Möglichkeit durchzuatmen, kann das Leiden erleichtern. Yoga (die Bewegungsabläufe) und Meditation sind somit eine nützliche Unterstützung. Sie können dauerhaft in den Alltag integriert werden und eine präventive Wirkung entfalten. 

Fazit

Yoga bietet verschiedene gesundheitsfördernde Maßnahmen, zusätzlich zu dem Spaß an der Bewegung. Seine präventive Wirkung kann positiv über den gesamten Lebenszyklus wirken und diesen sogar verlängern.

Quellen

Quellen
1, 2, 3 Dr. med. Larsen, Christian; Dr. Guggenbühl, Claudia: Yoga. Die 5 Schlüssel zur Gesundheit. GU. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2021. 1. Auflage.
4, 5, 6 Prof. Dr. med. Schnack, Gerd; Schnack-Iorio, Birgit: Die Vagus-Meditation: Der Entspannungsnerv: Wie Sie ihn aktivieren und damit Stress reduzieren. Trias, 2022. 1. Auflage.
7 https://www.alta-klinik.de/ratgeber/serotonin/#:~:text=Serotonin%20ist%20ein%20Neurotransmitter%2C%20der,Fleisch%2C%20N%C3%BCssen%20und%20Samen%20enthalten.
8 https://www.bluezones.com/