Umgang mit Angst
Das Gruppenangebot „Umgang mit Angst“ vermittelt Wissen über Angstreaktionen und therapeutische Strategien für den Umgang mit Angst. Es ist in die sorgfältige Diagnostik und den individuellen Behandlungsplan eingebunden.
Angst ist eine normale Schutz- und Alarmreaktion. Sie macht uns aufmerksam und bereitet den Körper darauf vor, auf eine mögliche Gefahr zu reagieren.
Belastend wird Angst, wenn sie anhält, schwer steuerbar wirkt oder den Alltag zunehmend einschränkt. Gedanken, körperliche Reaktionen und Vermeidung können sich dann gegenseitig verstärken. Das ist keine persönliche Schwäche, sondern ein Muster, das sich fachlich verstehen und behandeln lässt.
Eine Abklärung kann sinnvoll sein, wenn Angst über längere Zeit anhält oder schwer steuerbar wirkt. Weitere Hinweise sind Vermeidung, ständige Anspannung oder deutliche Einschränkungen im Alltag.
Internationale Klassifikationen wie ICD-10 und ICD-11 unterscheiden verschiedene Angst- und Furchtstörungen. Ob eine solche Störung vorliegt, können jedoch nur Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten im persönlichen Gespräch beurteilen.
Bei Angst schaltet der Körper auf Alarm. Mögliche Reaktionen sind Herzklopfen, schnellere Atmung oder Schwindel. Auch Zittern und Muskelanspannung können auftreten. Sie fühlen sich oft bedrohlich an und können die Angst weiter verstärken.
Neue, starke oder unklare körperliche Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. So lassen sich mögliche körperliche Ursachen prüfen.
Ein Auslöser, ein Gedanke oder eine Körperempfindung wird als Gefahr wahrgenommen. Der Körper reagiert mit Alarm. Wird diese Reaktion wiederum als bedrohlich bewertet, kann die Angst weiter zunehmen.
Vermeidung senkt die Anspannung oft kurzfristig. Ähnlich wirkt sogenanntes Sicherheitsverhalten. Damit sind Handlungen gemeint, die vorübergehend ein Gefühl von Schutz geben. Langfristig kann dadurch die Erfahrung fehlen, dass eine Situation auch anders verlaufen kann. Die Angst bleibt dann bestehen oder greift auf weitere Bereiche über.
Die kognitive Verhaltenstherapie ist bei Angststörungen gut untersucht und wird in Behandlungsleitlinien empfohlen. In der Therapie werden Gedanken, Bewertungen, körperliche Reaktionen und Verhaltensmuster gemeinsam betrachtet. So kann verständlich werden, was die Angst auslöst und aufrechterhält.
Bei bestimmten Angststörungen kann auch eine Exposition sinnvoll sein. Dabei werden angstauslösende Situationen schrittweise aufgesucht. Das Vorgehen wird individuell geplant, fachlich vorbereitet und therapeutisch begleitet.
Das Gruppenangebot zum Umgang mit Angst kann in die stationäre Behandlung eingebunden sein. Ob es im individuellen Behandlungsplan eingesetzt wird, klärt das Behandlungsteam nach der Aufnahme. Vorab informieren wir über Aufenthalt, Aufnahmeweg und organisatorische Fragen.