Depression & Co. stationär behandeln: Wie Sie in fünf Schritten die passende Klinik für Psychotherapie finden

16 Nov 2021
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Schlossparkklinik Dirmstein
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Ihre Entscheidung ist klar: Sie suchen eine Psychotherapie-Klinik wegen Ängsten, Burnout und Depressionen. Welcher Arzt und welche Klinik für Psychotherapie aber sind passend? Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich in fünf Schritten sinnvoll auf die Suche begeben. 

Schritt 1: Welche Symptomatik liegt vor?

Diese Fragestellung ist zentral: Eine Depression behandeln kann letztlich jede Psychotherapie-Klinik. Vielleicht liegen aber Zusatzdiagnosen vor, wie zum Beispiel:

  • Panikattacken
  • Schmerzen
  • Herzprobleme
  • Burnout-Syndrom
  • Suchtverhalten
  • posttraumatische Belastungsreaktion.
Burnout und Angststörungen müssen mitunter zusätzlich behandelt werden

Die angestrebte Behandlung sollte alle Diagnosen abdecken. Ziehen Sie daher immer Ihren behandelnden Arzt und Psychotherapeuten zu Rate. Diese haben eine gute Übersicht über die Kliniklandschaft, viele Rückmeldungen von ihren eigenen Patienten und kennen selber manche Klinik, die Ängste, Burnout oder eine Depression behandelt, von Fachtagungen dort. 

Schritt 2: Wer trägt die Kosten für den Aufenthalt in einer psychotherapeutischen Klinik?

Ob psychosomatische Beschwerden oder Depressionen: Welcher Arzt und welche Klinik nun fachlich passend sind, erfahren Sie im nächsten Schritt genauer. Vorher ist die Frage des zuständigen Kostenträgers als Filter entscheidend zu bedenken. In Frage kommen vier Möglichkeiten.

Ihr Rentenversicherungsträger

Die deutschen Rentenversicherungen informieren auf ihren Internetseiten über die möglichen „Reha-Kliniken“, als Patient haben Sie hier ein Wahlrecht. Der größte Nachteil: Wartezeiten von einem halben Jahr sind nicht selten.

Ihre gesetzliche Krankenkasse

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen mitunter – wenngleich selten – die Kosten auch für andere Kliniken, denn sie haben ebenso Interesse an einem schnellen Behandlungsbeginn. Lassen Sie sich daher unbedingt von Ihrer Krankenkasse beraten, da diese in Kliniken manchmal Kontingentsplätze vorhält.

Ihre private Krankenversicherung/ Beihilfe für Beamte

Als Privatversicherter und Beamter stehen für Sie zur Behandlung Ihrer Depression, Ängste oder eines Burnouts auch Privatkliniken zur Auswahl., welche Depressionen behandeln. Die Aufnahme erfolgt schnell, die Therapieangebote sind hochwertiger.

Sie als Selbstzahler

Als Selbstzahler haben Sie einige Vorteile: Kein Kostenträger kann die Aufnahme in die Wunschklinik verwehren. Außerdem werden Sie sehr schnell aufgenommen – und das ohne Antragsverfahren und Diagnosespeicherung bei einem Kostenträger.

Im Internet finden Sie Portale, die Privatkliniken listen. Ihre Suchbegriffe sind dabei Ihre individuellen Diagnosen und das Wort „Privatklinik“. Privatpatienten, Beamten und Selbstzahlern, die dort eine zum Beispiel eine Depression oder psychosomatische Beschwerden behandeln lassen, bieten private Häuser eine gewisse Exklusivität. Wenn Sie beruflich exponiert tätig sind, kommt dies Ihrem verständlichen Wunsch nach Diskretion entgegen. 

Schritt 3: Welche Form der Behandlung ist zielführend?

Grundsätzlich ist das Setting ähnlich, mit dem verschiedene Kliniken Ängste, Burnout oder eine Depression behandeln: Neben einer basalen medizinischen Begleitung sind psychotherapeutische Einzel- und Gruppensitzungen sowie Themenkurse, etwa für Entspannung und Fitness, weitere Herzstücke der psychotherapeutischen Behandlung. Viele Kliniken orientieren sich an den bekannten Psychotherapieverfahren, doch im klinischen Kontext sind die Unterschiede dieser Behandlungsansätze gering; unterschiedliche Wege führen durchaus zum gleichen Ziel.

Die in Schritt 2 erwähnten Reha-Kliniken sind sich in der Behandlungsgestaltung sehr ähnlich. Hier können Ihre persönlichen Vorlieben den Unterschied machen, siehe später Schritt 4. Die durch Krankenkassen belegten Kliniken und Privatkliniken sind variantenreicher, hochwertiger ausgestattet und unterscheiden sich durchaus stärker voneinander.

Recherchieren Sie darum beispielsweise die wöchentliche Häufigkeit der therapeutischen Einzelgespräche, diese können von einer bis vier Sitzungen variieren. Auch der angebotene Service kann unterschiedlich sein: Manche Kliniken – so auch die Schlossparkklinik Dirmstein – unterstützen zukünftige Patienten von Anfang an, etwa bei der Kostenklärung

Ein Anruf bei der Klinik Psychotherapie verrät Ihnen vieles, was Sie wissen müssen.
Persönliche Gespräche sind immer aufschlussreich.

Rufen Sie daher für Sie interessante Kliniken an, denn durch das persönliche Gespräch am Telefon erfahren Sie mehr als auf einer Website. Nimmt man sich für Ihre Beratung Zeit? Ist der Umgangston freundlich? Solche vermeintlichen Kleinigkeiten können Ihnen ein erstes Indiz dafür liefern, ob Sie sich in der Einrichtung wohlfühlen werden. 

Schritt 4: Welche Aspekte sind für Sie persönlich wichtig?

Der Aufenthalt in einer Psychotherapie-Klinik ist ein deutlicher Einschnitt. Das kann gelegentlich Unwohlsein, Widerstand oder Heimweh auslösen. Das ist normal, man lässt Sie damit nicht allein. Eine Grundsatzfrage ergibt sich daraus: Sollte die Klinik wohnortnah sein und Besuch von Angehörigen erleichtern? Oder ist Ihnen eine Klinik in großer Distanz zum Wohnort lieber? 

Binden Sie dazu auch Behandler, beispielsweise den Arzt, welcher Ihre Depressionen oder andere psychischen Beschwerden behandelt, und vertraute Personen ein. So ist, damit Ihre Entscheidung nicht allein von akuten Symptomen geprägt ist. 

Sie können in der Klinikzeit auch Neues lernen oder einen verlorenen Faden wiederaufnehmen:

Bewegungsmöglichkeiten sind immer zuträglich, wenn man Depressionen behandeln lässt.
  • Wollten Sie nicht schon länger Qigong einüben?
  • Eine Klinik mit Schwimmbad bietet besondere Bewegungsmöglichkeiten.
  • In angrenzender Natur können Sie zur Ruhe kommen.
  • Manche Kliniken halten spezielle Angebote wie Bogenschießen, Akupunktur oder Theater vor.

Einzelzimmer ohne Preisaufschlag, bequeme Betten oder ein spezielles Ernährungsangebot können weitere persönliche Kriterien sein. Recherchieren Sie solche für Sie wichtigen Details und entscheiden Sie auch danach. Das gibt in schwierigen Behandlungsphasen Motivation, Halt und Trost. 

Schritt 5: Lernen Sie, zu vertrauen!

Vielleicht erscheint Ihnen dieser letzte Schritt zunächst merkwürdig. Die Wahl einer Psychotherapie-Klinik ist aber nicht nur ein objektiver Vorgang: 

  • Entscheide ich mich richtig?
  • Wie behalte ich die Kontrolle?
  • Wem kann ich vertrauen?

Jede dieser zutiefst menschlichen Fragen kann vor dem Hintergrund einer psychischen Symptomatik Ihre Wahl beeinflussen. Akzeptieren Sie das und vertrauen dennoch dem eingeschlagenen Weg.

Mit den vorherigen Schritten 1-4 haben Sie das Wichtigste zur Auswahl der für Sie bestmöglichen Klinik für Psychotherapie bedacht. Lassen Sie Unterstützung durch Ihre Behandler, vertraute Personen und Institutionen zu. Eine Depression zu behandeln ist bildhaft gesprochen wie eine Reise: Nicht alle Eventualitäten dieses Weges lassen sich im Voraus planen. Umso wichtiger wird sein, ob Sie …

  • sich selbst, den Behandlern und auch den Mitpatienten gegenüber öffnen können,
  • das Hinterfragen Ihres bisherigen Lebenskonzepts zulassen und
  • offen sind für neue Gedanken und Verhaltensweisen.

Ihre Haltung auf dem Weg, Ihre Depression behandeln zu lassen, ist für die Gesundung ebenso entscheidend wie die Klinikwahl.

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