Weihnachtsblog 2

Gelassenheit statt Perfektion
Nicht nur für Menschen in Depressionen

In der Weihnachtszeit drängen sich die Termine und die notwendigen Erledigungen dicht an dicht. Doch Stress - wenngleich er durch die Vorfreude auf die Feiertage positiv belegt ist - bleibt stets Stress, der zu gesundheitlichen Problemen führt und psychische Erkrankungen beeinflussen kann. In Teil 2 unserer Weihnachtsreihe möchten wir Ihnen einige Tipps nahe legen, um die Feiertage bestmöglich vom Stress zu befreien. 

Weihnachtsideale und der verlorene Blick für das Wesentliche 
Seien wir ehrlich: Beim Gedanken an Weihnachten schwirren uns schnell die idealisierten Kindheitserinnerungen durch den Kopf, die mit den Motiven der weihnachtlichen Werbung kombiniert ein perfektes Weihnachtsfest ergeben. Der schön gedeckte Tisch, die entspannte Stimmung im Kreis der Familie und leuchtende Kinderaugen machen die Idylle unter dem funkelnden Weihnachtsbaum perfekt. Das Fest der Liebe wie es leibt und lebt - Nur die Realität sieht meistens ganz anders aus. 
Stellen Sie sich doch mal die Frage, was für Sie bei Ihrem Weihnachtsfest wichtig ist. Brauchen Sie ein perfekt bis ins Detail dekoriertes Haus und ein großartiges Menü, für das Sie oder einer Ihrer Lieben über Stunden in der Küche schuften muss? Ist Perfektion für Sie generell ein großes Thema oder können Sie sich vorstellen, diese zu Gunsten von mehr Wohlbefinden und reduziertem Stress loszulassen? Vielleicht reicht Ihnen im Grunde ein weihnachtlich verziertes Zimmer, beispielsweise das Wohnzimmer, in dem kleine Leckereien, die sich gut vorbereiten lassen oder wenig Arbeit machen, entspannt verköstigt werden. 

Glauben Sie, das Zusammensein mit der Familie wird durch vielfältige Vorträge der Kinder bereichert, oder wäre es nicht schöner, die gerade ausgepackten Geschenke direkt zusammen auszuprobieren? Und wie sieht es mit der Kleiderordnung aus? Ist es wichtig, dass alle in stilvoller Galarobe kommen, bei denen man aus Sorge um Verschmutzung der teuren Gewänder die Freude am geselligen Beisammensein vergisst?
Setzen Sie Ihre eigenen Prioritäten für das Weihnachtsfest. Richten Sie den Blick zurück auf das Wesentliche. Kommunizieren Sie die Ihnen wichtigen Wünsche, aber auch die unwichtigen Details, mit Ihren Lieben. Vielleicht werden Sie überrascht, wie sehr noch mancher andere aus dem Kreis der Mitfeiernden erleichtert wäre, den angedachten Dresscode zu lockern und entspanntere Züge in den Verlauf der Festtage zu bringen. 

Dem Dauerstress ein Schnippchen schlagen: Pausen einplanen
Schon 30 Minuten Pause können wahre Wunder wirken, um die eigenen Energiereserven aufzufüllen. Planen Sie entsprechend regelmäßige Pausen ein, um sich und Ihren Kräftehaushalt in einem Gleichgewicht zu halten. Selbst während dem Besuch bei der Familie ist es in der Regel möglich, sich für eine halbe Stunde zurückzuziehen und beispielsweise einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen. Hierfür erhalten Sie meist ohne große Erklärungen Verständnis, während Sie selbst sich aktiv aus dem stressigen Geschehen herausziehen können. Vielleicht begleitet Sie sogar eine liebe, vertraute Person. 
Wissenschaftler wie Robert Wiseman von der University of Hertfortshire, der sich mit der Psychologie des Alltags beschäftigt, bestätigen, dass Zeit mit vertrauten Menschen die Stimmung hebt und sich hierdurch die Auswirkungen von Stress mindern. Auch Bewegung mindert bekanntlich Stress - und wenngleich es nicht die große Trainingseinheit an den Feiertagen sein muss, bringt der Spaziergang an der frischen Luft immerhin ein wenig Bewegung, die für die Freisetzung von Endorphinen als körpereigene Glücksstoffe hilfreich ist.

Wissen, was gut tut - und danach handeln
Gehören Sie zu den Menschen, die von Depressionen, Burnout oder vergleichbaren Erkrankungen der Psyche betroffen sind, haben Sie vielleicht für Ihren Alltag bereits einige Rituale zur Selbstfürsorge ermittelt. Setzen Sie diese auch und gerade an den Feiertagen bewusst ein, um dem Stress der Festlichkeiten mit einem gestärkten Kräfteverhältnis zu begegnen. Führen Sie ein Depressionstagebuch? Nutzen Sie daraus resultierende Erkenntnisse für Ihr Wohlbefinden und stärken sie deren Wirkung durch besondere Achtsamkeit an den Feiertagen. 
Kommunizieren Sie mit Ihrem persönlichen Umfeld in einem ruhigen Moment, dass Sie für Ihren Genesungsprozess auch an den Feiertagen regelmäßige Rückzugsmöglichkeiten benötigen. Die Information verringert die Rückfragen in akuten Situationen und nehmen Ihrem Gegenüber die Unsicherheit im Umgang mit Ihren Bedürfnissen. 

Entspannte Weihnachtstage zum Genießen
Entspannte Atmosphäre bietet gesunden wie kranken Menschen ein Umfeld zum Wohlfühlen. Entsprechend lohnt sich die Reduzierung von hohen Ansprüchen und Perfektion, um Stress möglichst gar nicht erst aufkommen zu lassen. Lassen Sie sich auch von Ihrem Umfeld nicht drängen, sondern stellen Sie für sich selbst Regeln auf, die Ihnen guttun, ohne andere in ihren Bedürfnissen zu beschneiden. 

In Teil 3 unserer weihnachtlichen Kurz-Reihe möchten wir noch das Themenfeld der Kommunikation in die Stressvermeidung während den Feiertagen einbeziehen, um für Sie und Ihre Lieben Anregungen zu geben, die alle Beteiligten zufrieden aus den Gesprächen im festlichen Rahmen gehen lassen.

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