Manger Hand

Burnout Altersgruppen
Manager & Viel-Arbeiter - Teil 3

Du bist doch im besten Alter!
Menschen im mittleren Alter gelten beruflich wie privat als gefestigt und "mit beiden Beinen im Leben stehend". Doch gerade in diesem Alter, in dem Leistungsdruck auf der Arbeit ebenso wie komplexe Anforderungen des Familienlebens auf der Tagesordnung stehen, tritt immer häufiger ein Burnout auf. Nicht umsonst gilt Burnout als klassische "Manager-Krankheit". Doch wie passt es zusammen, dass Menschen ihr Leben erst "im Griff" haben und dann scheinbar plötzlich vollständig "ausbrennen"?

Wann wird aus "viel" ein "Zuviel"?
Unsere Leistungsgesellschaft gibt die Richtung für den Alltag vor: Arbeitsabläufe werden optimiert, Zeit gespart und der Leistungsanspruch steigt bis hin ins Unermessliche. Immer besser, höher, schneller und innovativer sollen Menschen Ihre eigene Leistung voranbringen. Dabei soll stetig an sich gearbeitet und das Umfeld durch effiziente Veränderungen verändert werden. Manager und andere Menschen in Führungspositionen übernehmen dabei nicht nur die Verantwortung für die Ergebnisse der eigenen Leistung, sondern darüber hinaus auch für die Mitarbeiter im eigenen Team. Der Konkurrenzdruck auf dem Markt sowie in den eigenen Reihen potenziert die ursprüngliche Anforderung an den Einzelnen, der mit einem Lächeln auf den Lippen hoffentlich bald die nächste Innovation auf den Tisch legt, um die nächste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen. 

Doch nicht nur beruflich sind Menschen im mittleren Alter heute gefordert: Komplexe Aspekte in der Familie beginnen bei der Kinderbetreuung und dem Leistungsdruck zur Zukunftsförderung in der Schule und enden längst nicht mit dem Wunsch nach der Erfüllung der Bedürfnisse aller Familienmitglieder im vom Termindruck geprägten Alltag. Hinzu kommt immer häufiger die Betreuung und Unterstützung der eigenen Eltern, die aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen Hilfe bedürfen. 

Stoßen mehrere Belastungsaspekte bei einem Menschen zusammen, der weniger Selbstbewusstsein und mehr Unsicherheit in sich trägt, als der Beobachter vermuten mag, kann ein Burnout ebenso bei diesem Menschen entstehen, wie wenn die Überbelastung über einen langen Zeitraum bestehen bleibt. Auch die Eigenwahrnehmung als "Mensch im besten Alter, der doch alles alleine schaffen muss" kann die Entstehung von Burnout fördern und die bisher zur Verfügung stehende Energie durch häufige Überbelastung mitunter schleichend aufbrauchen.

Werden Sie bei diesen Warnsignalen aufmerksam:
- Sie fühlen sich ungewohnt häufig müde, ausgelaugt und antriebslos.
- Sie schlafen schlecht, unruhig oder werden oft wach. Der Erholungseffekt bleibt immer öfter aus.
- Sie haben das Gefühl, dass Ihnen alles "zu viel wird".
- Sie sind unzufrieden mit Ihrer Leistung und hinterfragen stetig, was Sie besser machen müssen.
- Sie empfinden selbst einfache Alltagsaufgaben als anstrengend und nur schwer zu bewältigen.
- Sie reagieren gereizt und angespannt auf kleine Missgeschicke und Störungen Ihrer Abläufe.
- Sie haben das Gefühl, dass Sie alles alleine machen müssen, damit es (richtig) geschieht.
- Sie grübeln oft, neigen zu negativen Kausalitäten und einer pessimistischeren Sichtweise als früher.

Bemühen Sie sich bei der Erkenntnis der Warnsignale um eine zeitnahe Veränderung der aktuellen Lebenssituation:
- Überprüfen Sie Ihre Lebenssituation auf sachliches Belastungspotenzial: Vielleicht sind sie gar nicht "ohne Grund" müde und ausgelaugt, sondern tatsächlich überarbeitet? Hatten Sie viele mentale oder sehr emotionale Erlebnisse positiver und/oder negativer Art, die Sie eventuell nicht bewusst als Belastungen wahrgenommen haben?
- Fühlen Sie sich durch die Vielfalt der Anforderungen belastet, versuchen Sie einige Aufgaben zu delegieren - beruflich wie auch privat.
- Nehmen Sie sich Zeit für Erholungsphasen (z.B. jeden zweiten Tag eine halbe Stunde), in der Sie entspannen, sich sportlich betätigen oder spazieren gehen (Achtsamkeit üben). 
- Prüfen Sie komplexe Aufgaben auf die Teilbarkeit in kleinere Aufgabenpakete.
- Setzen Sie neue Prioritäten - Nicht bei jedem Aspekt im Alltag sind 110% Leistung nötig.

Merken Sie hingegen, dass Sie aus der Situation und den damit verbundenen Denkmustern nicht alleine heraus kommen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Dieser wird mit Ihnen körperliche Auslöser abklären und das Auftreten der Symptome auf Burnout prüfen, damit die Erkrankung frühestmöglich erkannt und behandelt werden kann.

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